Was nach der Übergabe an Kosten dazukommt
Nach der Übergabe kommen Modernisierung, Technik, IT, Material- und Warenbestände sowie die laufenden Kosten der ersten Monate dazu. 2024 lag der Kaufpreis im Schnitt bei 226.000 €, die Gesamtinvestition bei 450.000 €.
Was zeigt der InvestMonitor 2024? Bei zahnärztlichen Einzelpraxis-Übernahmen lag 2024 der Kaufpreis im Schnitt bei 226.000 €, die Gesamtinvestition bei 450.000 € (IDZ/apoBank, InvestMonitor 2024). Der Kaufpreis macht damit nur etwa die Hälfte des Kapitalbedarfs aus – der Rest sind Modernisierung, Technik und Betriebsmittel. Siehe auch Praxisbewertung: Praxiswert berechnen und Checkliste für die Praxisübernahme.
Warum den Kaufpreis nicht allein finanzieren? Eine belastbare Planung umfasst drei Ebenen: den Kaufpreis, die Investitionen nach der Übernahme (Umbau, Technik, IT) und die Liquidität für den laufenden Betrieb. Wer nur den Kaufvertrag finanziert, steht nach der Übergabe ohne Mittel für Umbau und Gehälter da und muss zum ungünstigsten Zeitpunkt nachfinanzieren.
Welche Förderbausteine tragen die Übernahme? Infrage kommen KfW 077 (bis 500.000 €, abgesichert über die Bürgschaftsbank) oder KfW 067 (bis 200.000 €, mit 80 % Haftungsfreistellung), ergänzt um Bankdarlehen, Leasing für Technik und eine Betriebsmittellinie. Beantragt wird die Förderung vor Vorhabensbeginn über die Hausbank. Wer erst unterschreibt, kann sie in der Regel nicht mehr beantragen. Förderung von Bund und Ländern.
Reicht der Kaufpreis, um eine Zahnarztpraxis zu übernehmen? Nein — wer eine Zahnarztpraxis übernehmen will, muss weiter rechnen: Der Kaufpreis ist der Anfang der Rechnung, nicht ihr Ende. Eine eingeführte Praxis wirkt kalkulierbar: Räume da, Team da, Patienten da. Die Marktauswertung zeigt aber, dass bei zahnärztlichen Einzelpraxis-Übernahmen 2024 durchschnittlich nur etwa die Hälfte des Investitionsvolumens auf den Praxiskauf selbst entfiel — bei einem Kaufpreis von im Mittel 226.000 Euro.
Übernahmen scheitern selten am Kaufpreis — sie scheitern an dem, was danach kommt und nicht eingeplant war. Ein angemessener Kaufpreis ist deshalb noch keine tragfähige Finanzierung: Beides wird getrennt geprüft, und nur das zweite entscheidet, ob die Praxis den Kapitaldienst trägt.
Die vorhandene Praxis wird fast nie unverändert fortgeführt. Ein Behandlungszimmer wird modernisiert, Geräte werden ersetzt, IT und Dokumentation kommen auf einen aktuellen Stand. Dazu kommen Material- und Warenbestände sowie die laufenden Kosten der ersten Monate.
Genau das zeigt auch die Marktauswertung: Bei zahnärztlichen Einzelpraxis-Übernahmen entfiel 2024 durchschnittlich nur etwa die Hälfte des Investitionsvolumens auf den Praxiskauf selbst — Kaufpreis Ø 226.000 €, Gesamtinvestition Ø 450.000 € (IDZ/apoBank, InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024, veröffentlicht 10/2025).
Die häufigste Fehlkalkulation: Eine Praxis, die 226.000 € kostet, verursacht keinen Finanzierungsbedarf von 226.000 €. Wer nur den Kaufvertrag finanziert, steht nach der Übergabe ohne Mittel für Umbau, Technik und Gehälter da — und muss zum ungünstigsten Zeitpunkt nachfinanzieren.
Woher die Zahlen kommen. Datenbasis des InvestMonitors sind die von der apoBank protokollierten Finanzierungen zahnärztlicher Existenzgründungen. 2024 entschieden sich nach dem Bericht 1.122 Zahnärztinnen und Zahnärzte für die Selbstständigkeit, ausgewertet wurden 538 Finanzierungsfälle der apoBank, davon 306 Einzelpraxisübernahmen. Das IDZ weist selbst darauf hin, dass es sich um einen Ausschnitt handelt, der nur eingeschränkt allgemeingültige Aussagen erlaubt.
So verteilt sich das Investitionsvolumen. 2024 entfielen 8 % auf Modernisierung und Umbau, 18 % auf medizinisch-technische Geräte, 6 % auf Einrichtung und IT und 18 % auf sonstige Investitionen einschließlich Betriebsmittel. Der Kaufpreis machte 50 % aus, im Vorjahr 53 %. Das Investitionsvolumen sank gegenüber 2023 um 3 %. Der ideelle Wert gab um knapp 11 % nach.
Die Streuung ist groß. Bei jeder fünften Einzelpraxis lag der Kaufpreis unter 100.000 €, in 73 % der Fälle unter 300.000 €. Der Durchschnitt von 226.000 € beschreibt deshalb keine typische Praxis. Rechnen Sie mit den Zahlen Ihrer Praxis und nicht mit dem Mittelwert.
Quelle: Klingenberger/Köhler, InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024, Zahnmedizin, Forschung und Versorgung (Online-Journal 03/2025, IDZ/apoBank, veröffentlicht 10/2025), abgerufen am 04.10.2026