Bei der Gründung fehlt alles, was die Übernahme mitbringt
Bei der Neugründung ist nichts vorhanden: Räume, Ausbau, Geräte, IT und Einrichtung sind vollständig zu finanzieren, 2024 im Median rund 690.000 €. Anders als bei der Übernahme gibt es am ersten Tag keinen Umsatz.
Neugründung: rund 690.000 € im Median: Die Gesamtinvestition lag 2024 im Median bei rund 690.000 € (apoBank/IDZ, InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024). Der Mittelwert betrug 853.000 €. Knapp 41 % entfielen auf medizinisch-technische Geräte. Der tatsächliche Bedarf streut je nach Standort, Praxisgröße, Zahl der Behandlungszimmer und technischem Konzept stark. Siehe auch Praxisräume mieten: Mietvertrag und Ausbau und Berufsausübungsgemeinschaft gründen.
Bei der Gründung ist alles zu finanzieren — nichts ist vorhanden: Räume, Ausbau, Behandlungseinheiten, digitales Röntgen, Sterilisationstechnik, IT und Einrichtung werden vollständig neu aufgebaut – nichts ist vorhanden, alles ist zu finanzieren. Bei einer Übernahme ist vieles da, dafür wird der Goodwill bezahlt. Der Unterschied ist auch der Zeitpunkt des ersten Umsatzes.
Welches Förderdarlehen passt zur Neugründung? Infrage kommen KfW 067 (bis 200.000 €) oder KfW 077 (bis 500.000 €, höchstens 35 % der förderfähigen Kosten, mit Garantie der Bürgschaftsbank), ergänzt um Investitionsdarlehen, Leasing oder Mietkauf für schnell alternde Technik und eine Betriebsmittellinie für die Anlaufphase. Der Förderantrag muss vor Vorhabensbeginn über die Hausbank gestellt werden. Förderung von Bund und Ländern.
Worauf kommt es bei der Finanzierung einer Neugründung an? Eine Zahnarztpraxis zu gründen kostete 2024 im Median rund 690.000 Euro Gesamtinvestition, der seltenste und der teuerste Weg in die Niederlassung: Reine Neugründungen machten etwas mehr als 7 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründungen aus (apoBank/IDZ, InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024), davon etwa 5 % Einzelpraxen und 2 % Berufsausübungsgemeinschaften. Knapp 41 % des Volumens entfielen auf medizinisch-technische Geräte, also auf Behandlungseinheiten, Röntgen, Sterilisations- und Hygienetechnik.
Der Rest verteilt sich auf Räume und Ausbau, Praxissoftware und Netzwerk sowie den Start des Praxismarketings. Dafür entsteht eine Praxis ohne Altlasten — aber auch ohne Umsatz am ersten Tag, und das ist der eigentliche Unterschied zur Übernahme.
Die Liquidität für die ersten Monate ist deshalb kein Anhang der Rechnung, sondern ihr Kern: Sie entscheidet, ob die Praxis die Zeit bis zur ersten vollen Abrechnung übersteht. Weil knapp 41 % des Kapitals in Technik mit begrenztem Lebenszyklus fließen, gehört außerdem früh geklärt, welche Geräte über die Bank und welche über Leasing laufen sollen.
Räume, Ausbau, Behandlungseinheiten, digitales Röntgen, Intraoralscanner, Sterilisations- und Hygienetechnik, Praxissoftware, Server, Netzwerk, Möblierung, Marketing zum Start — und Betriebsmittel für die Monate, in denen der Patientenstamm erst entsteht. Nichts davon ist vorhanden, alles davon ist zu finanzieren.
apoBank/IDZ, InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024. Reine Neugründungen machten etwas mehr als 7 % der zahnärztlichen Existenzgründungen aus. Durchschnitts- bzw. Medianwerte ausgewerteter Gründungen, keine Zusagen.
Die Digitalisierung ist der Treiber. Digitale Patientenakte, digitales Röntgen, Intraoralscanner, CAD/CAM, Online-Terminverwaltung, IT-Sicherheit und Backup gehören heute zum Standard, nicht zur Kür. Sie erhöhen den Kapitalbedarf sofort — und senken die laufenden Kosten erst später.
Der Median ist nicht der Normalfall. Der Mittelwert von 853.000 € liegt über dem Median von 690.000 €, einige große Praxen ziehen ihn nach oben. Ein Drittel der Fälle weicht um mehr als 400.000 € vom Mittelwert ab, liegt also unter 453.000 € oder bei mindestens 1.253.000 €. Der Median stützt sich dabei nur auf 24 auswertbare Einzelpraxis-Neugründungen, das IDZ spricht von Tendenzen. 2023 lag der Median bei 757.000 €.
Mit angestellten Zahnärzten wird es teurer. Planen Sie von Anfang an angestellte Zahnärzte ein, lag das Investitionsvolumen 2024 im Schnitt bei 1.002.000 € statt bei 727.000 €. Solche Praxen sind im Schnitt 338 statt 222 Quadratmeter groß. Einzelpraxen ohne angestellte Zahnärzte wurden schon ab 350.000 € realisiert, solche mit geplanter Anstellung erforderten mindestens 485.000 €.
Die Praxisräume sind nicht eingerechnet. Die Positionen des InvestMonitors sind Modernisierung und Umbau, Geräte, Einrichtung und IT sowie sonstige Investitionen einschließlich Betriebsmittel. Mieten Sie die Räume, ist das die Rechnung. Kaufen Sie die Praxisräume, kommt die Finanzierung einer Gewerbeimmobilie hinzu, die die Bank getrennt prüft. Mehr dazu unter Gesundheitsimmobilien.