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Zahnarztpraxis finanzieren

Die Zahnmedizin ist das Fach mit der besten Datenlage — und mit dem größten Abstand zwischen Kaufpreis und tatsächlichem Kapitalbedarf. Wer nur den Kaufpreis finanziert, finanziert die Hälfte.

Die Kernzahl

Der Kaufpreis ist die halbe Rechnung

Bei zahnärztlichen Einzelpraxis-Übernahmen lag der durchschnittliche Kaufpreis 2024 bei 226.000 € — die gesamte Praxisinvestition jedoch bei 450.000 €. Umbau, Technik, IT und Betriebsmittel machten zusammen also noch einmal nahezu denselben Betrag aus.

InvestitionsbestandteilDurchschnitt 2024
Ideeller Praxiswert (Goodwill)153.000 €
Materieller Praxiswert73.000 €
Kaufpreis insgesamt226.000 €
Modernisierung und Umbau36.000 €
Medizinisch-technische Geräte79.000 €
Einrichtung und IT27.000 €
Sonstige Investitionen inkl. Betriebsmittel82.000 €
Gesamte Praxisinvestition450.000 €

Quelle: InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024, Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) gemeinsam mit der apoBank; Auswertung u. a. von 306 Einzelpraxis-Übernahmen, veröffentlicht 10/2025. Durchschnittswerte ausgewerteter Existenzgründungen — keine Zusagen, keine individuelle Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Der Mittelwert ist die gefährlichste Zahl. Bei jeder fünften ausgewerteten Einzelpraxis lag der Kaufpreis unter 100.000 €, in 73 % der Fälle unter 300.000 €. Wer mit „226.000 €" plant, plant an seiner eigenen Praxis vorbei. Die Zahl taugt zur Einordnung — nicht zur Kalkulation.
Der Gerätehebel

Digitale Ausstattung ist der zweitgrößte Posten

Intraoralscanner, digitales Röntgen, DVT, CAD/CAM, Sterilisationstechnik, Server und Praxissoftware: Was vor Jahren Ausstattungsmerkmal war, ist heute Standard — und der Grund, aus dem der Kapitalbedarf der Zahnmedizin über dem anderer Fächer liegt. Bei Übernahmen entfielen 2024 im Schnitt 79.000 € auf medizinisch-technische Geräte und 27.000 € auf Einrichtung und IT; bei Neugründungen liegt der Anteil deutlich höher.

Für die Finanzierung heißt das: Der Gerätepark gehört selten vollständig in das Investitionsdarlehen. Leasing schont die Kreditlinie und passt zu schnell alternder Technik, der Investitionskredit passt zu langlebigen Einheiten. Die Aufteilung entscheidet über den monatlichen Kapitaldienst — Leasing, Mietkauf oder Kredit.

Struktur

Wie eine Zahnarztpraxis finanziert wird

  • Förderdarlehen zuerst: KfW 067 bis 200.000 €, KfW 077 bis 500.000 € mit Bürgschaftsbank-Garantie. Beantragt wird vor Vorhabensbeginn über die Hausbank — danach ist die Förderfähigkeit weg.
  • Bankdarlehen für den Rest, mit Zinsbindung passend zur Nutzungsdauer.
  • Leasing/Mietkauf für den Teil des Geräteparks, der schnell altert.
  • Betriebsmittellinie für die Anlaufphase — bei Übernahmen ebenso wie bei Neugründungen.

Ich hole diese Bausteine parallel bei Heilberufe-Spezialbanken, Universalbanken mit Heilberufe-Center und regionalen Häusern ein. Welches Haus günstiger ist, lässt sich vorher nicht sagen — nur vergleichen.

Diese Seite erklärt Finanzierungsstrukturen allgemeinverständlich. Sie ist keine Steuer- oder Rechtsberatung (§1 StBerG, RDG). Die steuerliche Würdigung Ihres Vorhabens gehört zu Ihrem Steuerberater — ich strukturiere die Finanzierung passend dazu.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie hoch war der durchschnittliche Kaufpreis einer Zahnarztpraxis 2024?
Bei den ausgewerteten Einzelpraxis-Übernahmen betrug er durchschnittlich 226.000 € — davon 153.000 € ideeller und 73.000 € materieller Wert (IDZ/apoBank, InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024). Die Streuung ist erheblich: Jede fünfte Praxis lag unter 100.000 €.
Wie hoch ist der tatsächliche Finanzierungsbedarf?
Einschließlich Umbau, Technik, Einrichtung, IT und Betriebsmitteln lag die durchschnittliche Praxisinvestition bei 450.000 € — also rund doppelt so hoch wie der Kaufpreis allein. Genau diese Differenz wird in der Planung regelmäßig übersehen.
Braucht eine Zahnarztpraxis Eigenkapital?
Eine feste Quote gibt es nicht. Maßgeblich sind Tragfähigkeit, Praxisbewertung und Kapitaldienstfähigkeit. Ob es sinnvoll ist, viel Eigenkapital einzusetzen, ist eine eigene Frage — siehe Eigenkapital schonen oder einsetzen?
Übernahme oder Neugründung — was ist wirtschaftlich sinnvoller?
Die Übernahme bringt Umsatz ab Tag eins und kostet den Goodwill. Die Neugründung spart den ideellen Wert, verlangt aber die vollständige Ausstattung und einen längeren Anlauf: durchschnittlich rund 690.000 € Gesamtinvestition. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern die Zeit bis zur tragfähigen Auslastung.

Zahnarztpraxis finanzieren — Struktur vor Zinssatz

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