Hilft mehr Eigenkapital immer, oder gibt es eine Grenze?
Eigenkapital senkt Fremdkapitalbedarf und Kapitaldienst, mehr davon ist aber nicht automatisch die bessere Lösung. Eine pauschale Mindestquote existiert nicht. Sinnvoll ist eine bewusst gesetzte Untergrenze für den Betrag, der nicht in die Praxis geht.
- Wie viel Eigenkapital brauche ich für die Praxis? Eine pauschale Mindestquote existiert nicht, jedes Haus beurteilt sie anders. Ein Fachartikel (Arzt & Wirtschaft, Stand 02.03.2026) nennt als Erwartung vieler Banken 15 bis 20 Prozent des Investitionsvolumens und sieht bei guter Bonität auch weniger vor. Das ist eine Einschätzung, keine Regel.
- Praxisfinanzierung ohne Eigenkapital ist im Einzelfall möglich: Möglich ist das vor allem bei Übernahmen mit belegbarer Ertragslage. Haftungsfreistellung (KfW 067) oder Bürgschaft entlasten die Bank, ersetzen aber nicht die Prüfung Ihrer Bonität. Finanzierung für Ärzte.
- Wie hilft Perini? Olga Nikushkina rechnet beide Varianten gegeneinander, maximaler Einsatz gegen erhaltene Reserve, inklusive der privaten Ziele, die danach noch kommen. Kostenlose, unverbindliche Erstberatung. Was die Beratung kostet.
Praxisfinanzierung ohne Eigenkapital oder Eigenkapital einsetzen: was ist richtig? Eine Praxisfinanzierung ohne Eigenkapital ist nur im Einzelfall möglich, der Einsatz des gesamten Vermögens selten sinnvoll. Setzen Sie also Eigenkapital ein, aber nicht alles.
Sinnvoll ist eine bewusst gesetzte Untergrenze: der Betrag, der nicht in die Praxis geht, gleichgültig wie gut die Quote damit aussähe.
Eigenkapital senkt den Fremdkapitalbedarf, reduziert den monatlichen Kapitaldienst, dient als zusätzliche Sicherheit und belegt gegenüber der Bank, dass Sie wirtschaften können. Das ist unstrittig. Siehe auch Kapitaldienstfähigkeit berechnen. Siehe auch Praxisfinanzierung Rechner.
Falsch ist nur der Umkehrschluss, dass mehr Eigenkapital automatisch die bessere Lösung sei. Jeder Euro, der in die Praxis fließt, steht danach für nichts anderes mehr zur Verfügung, und die Praxis ist kein Konto, von dem man ihn zurückholt.
Eine pauschale Mindestquote existiert nicht. Wer Ihnen „20 % Eigenkapital sind Pflicht“ sagt, beschreibt die Richtlinie eines einzelnen Hauses, nicht den Markt. Entscheidend ist die Tragfähigkeit des Gesamtkonzepts, und die beurteilt jedes Institut anders. Genau daraus entsteht der Vergleich.
Die beiden Varianten oben lassen sich nachrechnen. Bei einem Kapitalbedarf von 700.000 € entsprechen 250.000 € Eigenkapital rund 36 Prozent, 100.000 € rund 14 Prozent. Variante B liegt damit knapp unter der Spanne von 15 bis 20 Prozent, die der genannte Fachartikel als verbreitete Erwartung beschreibt. Ob ein Haus sie akzeptiert, hängt von Qualifikation, Ertragslage und Sicherheiten ab. Insgesamt bleibt in B dennoch ein Teil des Vermögens als Rücklage erhalten.
Die KfW verlangt im StartGeld (KfW 067) keine Mindestquote, formuliert aber eine Erwartung: Antragsteller sollen nach Möglichkeit vorhandene eigene Mittel einbringen, deren Höhe fließt in die Bonitätsbeurteilung ein (Merkblatt Stand 18.06.2026). Auch eine Förderung ist also keine Garantie für eine Finanzierung ohne Eigenmittel.