Mezzanine-Kapital
Mezzanine-Kapital ist ein nachrangiger Finanzierungsbaustein zwischen Senior-Darlehen und echtem Eigenkapital — er schließt die Eigenkapitallücke bei größeren Vorhaben und wird von Banken teilweise als wirtschaftliches Eigenkapital anerkannt.
Warum Mezzanine zwischen Fremd- und Eigenkapital steht
Mezzanine-Kapital trägt Eigenschaften beider Welten: Wie Fremdkapital wird es meist verzinst und zeitlich befristet zurückgezahlt, wie Eigenkapital trägt es aber ein höheres Ausfallrisiko, weil es im Rang hinter dem Senior-Darlehen steht (siehe Senior-Darlehen). Genau diese Zwischenstellung erlaubt es manchen Banken, Mezzanine-Kapital bei der eigenen Beleihungsprüfung teilweise wie wirtschaftliches Eigenkapital zu behandeln, was den maximal finanzierbaren Senior-Anteil erhöhen kann.
Wofür Mezzanine-Kapital typischerweise gebraucht wird
Reicht das eigene Eigenkapital nicht aus, um die vom Senior-Kapitalgeber geforderte Eigenkapitalquote zu erreichen, kann Mezzanine-Kapital diese Lücke schließen, ohne dass zusätzliches echtes Eigenkapital eingebracht werden muss — ein Instrument, das größere Projekte oder Portfolios ermöglicht, für die das eigene Kapital allein nicht ausreichen würde.
Warum die Vermittlung erlaubnispflichtig ist
Mezzanine-Kapital gilt regulatorisch als Vermögensanlage — die Vermittlung ist deshalb nach §34f GewO erlaubnispflichtig, anders als die Vermittlung klassischer grundpfandrechtlich besicherter Darlehen (§34i GewO). Wer Mezzanine-Strukturen in eine Finanzierung einbindet, sollte deshalb prüfen, dass die Vermittlung über eine entsprechend lizenzierte Stelle erfolgt.
Verwandte Begriffe im Glossar
Senior-Darlehen
Der erstrangig besicherte, größte und günstigste Baustein einer Immobilienfinanzierung. Im Verlustfall wird er vor allen nachrangigen Bausteinen bedient.
Nachrangdarlehen
Darlehen mit Nachrangabrede: Im Insolvenzfall wird es erst nach allen vorrangigen Gläubigern bedient. Es gilt als Vermögensanlage; die Vermittlung ist nach §34f GewO erlaubnispflichtig.
Loan-to-Cost (LTC)
Kennzahl, die das Fremdkapital ins Verhältnis zu den Gesamtkosten eines Projekts setzt. Je höher die Quote, desto höher das Risiko für den Geldgeber – und desto teurer und selektiver das Kapital.