Bereitstellungszins: Wann Kosten entstehen und wie Sie die freie Zeit planen
Bereitstellungszinsen berechnet die Bank auf zugesagte, aber noch nicht abgerufene Darlehensbeträge. Das betrifft besonders Neubau und Sanierung mit schrittweiser Auszahlung. Zinsen entstehen erst nach Ablauf der bereitstellungsfreien Zeit und nur auf den noch offenen Betrag, etwa wenn sich der Bau verzögert.
Was bedeutet „Bereitstellungszins“?
Bereitstellungszinsen fallen an, wenn ein zugesagtes Darlehen noch nicht vollständig abgerufen wurde — typisch bei Neubau oder Sanierung, wo die Auszahlung in Etappen nach Baufortschritt erfolgt, nicht auf einmal wie beim Kauf eines Bestandsobjekts. Die meisten Banken gewähren eine bereitstellungsfreie Zeit, meist zwischen zwei und zwölf Monaten.
Warum verlangt die Bank Bereitstellungszinsen?
Mit der Darlehenszusage hält die Bank Liquidität für Sie bereit. Bei Bauprojekten wird das Geld jedoch oft erst über Monate nach Baufortschritt abgerufen. Für den noch nicht ausgezahlten Teil verlangen Banken üblicherweise einen separaten Bereitstellungszins. Er kommt zum regulären Zins auf die bereits ausgezahlten Beträge hinzu.
Bereitstellungsfreie Zeit nutzen: Die meisten Banken gewähren eine Frist ohne Bereitstellungszinsen, meist zwischen zwei und zwölf Monaten. Erst nach deren Ablauf werden Zinsen auf den noch offenen Betrag berechnet. Verzögert sich der Bau, kann diese Frist überschritten werden.
Wie planen Sie die Frist für Ihr Bauvorhaben?
Berücksichtigen Sie bei Vertragsabschluss mögliche Verzögerungen durch Materialengpässe, Wetter oder ausgelastete Handwerker. Vereinbaren Sie eine ausreichend lange bereitstellungsfreie Zeit, statt nur mit dem günstigsten Bauverlauf zu rechnen.
Eine zu kurze Frist kann bei häufig vorkommenden Bauverzögerungen unerwartete Zusatzkosten verursachen. Eine passende Vertragsgestaltung hilft, diese von Anfang an zu vermeiden.
Lässt sich die bereitstellungsfreie Zeit verhandeln?
Die bereitstellungsfreie Zeit unterscheidet sich je nach Bank und lässt sich häufig verhandeln. Üblich sind zwei bis zwölf Monate. Manche Banken bieten bei Bauvorhaben mit längerem Vorlauf von vornherein mehr Zeit an.
Schätzen Sie die voraussichtliche Bauzeit vor Vertragsabschluss realistisch ein und besprechen Sie sie mit der Bank. So können Sie eine passende Frist vereinbaren und Bereitstellungszinsen wegen zu knapper Planung vermeiden.
Zeichnen sich Verzögerungen ab, sprechen Sie frühzeitig mit der Bank. Manche Institute verlängern die bereitstellungsfreie Zeit aus Kulanz, wenn Sie den Grund nachvollziehbar belegen, etwa Lieferengpässe oder ausgefallene Gewerke.
Dokumentieren Sie den Baufortschritt und stimmen Sie ihn mit der Bank ab. Damit lässt sich in der Praxis oft ein erheblicher Teil der sonst anfallenden Bereitstellungszinsen vermeiden.
Baubeginn und Schlussrate: Wo wird die Frist beim Neubau knapp?
Sie vereinbaren die bereitstellungszinsfreie Zeit bereits bei Vertragsabschluss. Der Bauzeitplan entsteht oft erst danach und wird selten vollständig eingehalten.
Verzögern Genehmigung, Erschließung oder fehlende Handwerker den Baubeginn, läuft die Frist bereits, obwohl Sie noch kein Geld abgerufen haben. Auch am Ende droht ein Engpass: Die letzte Rate wird erst nach Fertigstellung fällig, häufig Monate später als geplant. Verlängerungen sind meist möglich, müssen aber verhandelt werden. Nachträglich ist Ihre Position schlechter als vor Vertragsabschluss. Planen Sie deshalb eine Frist, die auch bei Bauverzug ausreicht.
Bereitstellungsprovision und Sollzins: Welche Beträge werden verzinst?
Banken berechnen ihn für die Bereitstellung der zugesagten Liquidität.
Bei Bauprojekten hält die Bank zugesagte Beträge oft über Monate bis zum jeweiligen Baufortschritt bereit. Dafür kann sie auf den noch nicht abgerufenen Teil einen separaten Zinssatz berechnen. Der reguläre Zins fällt dagegen auf den bereits ausgezahlten Anteil an.
Bauträgerfinanzierung →
Finanzierung der Entwicklung und Errichtung von Immobilien durch einen Bauträger — vom Grundstücksankauf bis zur Veräußerung der fertigen Einheiten.
Wer die Phasen und die passenden Geldgeber kennt, sichert die Finanzierung jeder Bauphase passend ab.
Soll- vs. Effektivzins →
Der Sollzins ist der reine Zins auf die Darlehenssumme. Der Effektivzins enthält zusätzlich bestimmte Kosten und zeigt die jährliche Gesamtbelastung eines Kredits.
Wer beide Zinsbegriffe unterscheidet, vergleicht Angebote richtig und erkennt, welche Kosten im Effektivzins stecken.
Ablauf Finanzierung →
Der typische Ablauf einer Finanzierung: Bedarf und Budget klären, Unterlagen zusammenstellen, Antrag stellen, Zusage erhalten, beurkunden und auszahlen lassen.
Ein klarer Fahrplan nimmt die Unsicherheit aus einem der größten finanziellen Schritte im Leben.
Häufige Fragen
KfW-Zinsen für den Neubau: Wo lässt sich prüfen, welches Programm zum Vorhaben passt?
Prüfen können Sie das im KfW-Fördercheck unter unseren Rechnern; der Link steht unten bei den weiterführenden Seiten. Er zeigt, welches der acht KfW-Programme grundsätzlich zu Ihrem Vorhaben passt.
Ab wann fallen Bereitstellungszinsen auf das Darlehen an?
Während der bereitstellungsfreien Zeit, meist zwei bis zwölf Monate, fallen keine Bereitstellungszinsen an. Erst danach berechnet die Bank sie auf den noch nicht abgerufenen Betrag, etwa wenn sich der Bau verzögert.
Lässt sich die bereitstellungsfreie Zeit bei Bauverzögerungen verlängern?
Meist ist eine Verlängerung verhandelbar. Manche Banken gewähren sie aus Kulanz, wenn Sie Verzögerungen durch Lieferengpässe oder Gewerkeausfälle plausibel begründen. Sprechen Sie die Bank frühzeitig an, sobald eine Verzögerung absehbar ist.
Bereitstellungszins: Wofür zahlt man ihn, und wann fällt er an?
Der Bereitstellungszins ist das Entgelt der Bank dafür, dass sie zugesagte, noch nicht abgerufene Darlehensbeträge bereithält. Innerhalb der bereitstellungsfreien Zeit, meist zwischen zwei und zwölf Monaten, fällt er nicht an. Danach wird er auf den noch offenen Betrag berechnet.
Neubau Finanzierung: Warum sollte die bereitstellungsfreie Zeit nicht am optimistischen Bauzeitplan ausgerichtet werden?
Wer beim Neubau plant, sollte die Frist nicht am optimistischen Bauzeitplan ausrichten, sondern an dem, was bei Verzug noch trägt. Verzögerungen wegen Genehmigung, Erschließung oder Handwerkerkapazität können dazu führen, dass die Frist abläuft, ohne dass ein Cent abgerufen wurde. Verlängerungen sind nachträglich schlechter zu verhandeln als im Voraus.
Bereitstellungsprovision: Worauf genau wird sie berechnet und wie verhält sie sich zum Sollzins?
Die Bereitstellungsprovision betrifft den noch nicht abgerufenen Darlehensteil. Zusätzlich zahlen Sie den regulären Sollzins auf die bereits ausgezahlten Beträge. Rufen Sie einen weiteren Teilbetrag ab, verringert sich der Rest, auf den Bereitstellungszinsen berechnet werden.
Noch Fragen zu diesem Thema?
Unverbindliche Erstberatung kostenlos — Provision zahlt in der Regel die Bank. Wir ordnen ein, was das für Ihre konkrete Finanzierung bedeutet.
Weiterführende Seiten
Fachbegriffe zu Finanzierung und Auslandsbezug
Vertiefte Erklärungen zu Baufinanzierung, Auslandswohnsitz und Steuerfragen — plus reale Praxisfälle. Das Nachschlagewerk zum Glossar.
Ablauf Finanzierung
Ablauf einer Baufinanzierung: die Schritte vom Erstgespräch bis zur Auszahlung — planbar, sobald man den Fahrplan einmal kennt.

