Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote ist der Anteil der Gesamtkosten, den Käuferinnen und Käufer aus eigenen Mitteln decken — sie bestimmt maßgeblich, ob eine Bank überhaupt finanziert und zu welchen Konditionen.
Wie sich die Quote auf die Konditionen auswirkt
Je höher die Eigenkapitalquote, desto niedriger in der Regel der effektive Zins — eine Bank sieht ein geringeres Ausfallrisiko, wenn ein größerer Sicherheitspuffer zwischen Beleihungswert und Darlehenssumme liegt (siehe Beleihungsauslauf (LTV)). Der Effekt ist nicht linear: Der Zinsvorteil zwischen 20 % und 30 % Eigenkapitalquote fällt oft spürbarer aus als der zwischen 30 % und 40 %, da viele Banken bei bestimmten LTV-Schwellen (etwa 60 %, 80 %) gestaffelte Zinsstufen ansetzen.
Warum es keine feste Mindestquote gibt
Anders als oft angenommen gibt es keine gesetzlich oder branchenweit festgelegte Mindest-Eigenkapitalquote — realistisch ist eine Bandbreite je nach Bonität, Objekt und Bankenpool. Die Kaufnebenkosten (siehe Kaufnebenkosten) aus Eigenkapital zu decken, gilt als praktische Untergrenze, weil die meisten Banken diese ohnehin nicht mitfinanzieren; darüber hinaus ist mehr Eigenkapital ein Konditionshebel, keine Zugangsvoraussetzung.
Wie sich die Quote bei besonderen Konstellationen verhält
Bei Wohnsitz im Ausland verlangen viele Banken einen höheren Eigenkapitalanteil als bei inländischen Antragstellern, um das aus ihrer Sicht höhere Bonitätsrisiko auszugleichen (siehe Eigenkapital / LTV bei Wohnsitz im Ausland). Bei Assistenzärztinnen und -ärzten mit befristetem Vertrag wird die geringere formale Vertragssicherheit dagegen von vielen Banken durch die hohe Bonitätsaussicht des Berufsbilds relativiert, nicht zwingend durch eine höhere Eigenkapitalforderung.
Verwandte Begriffe im Glossar
Beleihungsauslauf (LTV)
Der Beleihungsauslauf (englisch Loan-to-Value, LTV) beschreibt das Verhältnis von Darlehenssumme zum Wert der Immobilie. Je niedriger der LTV, desto geringer das Risiko für die Bank und tendenziell günstiger die Kondition.
Kaufnebenkosten
Kaufnebenkosten sind die Kosten zusätzlich zum Kaufpreis: Grunderwerbsteuer (je Bundesland unterschiedlich), Notar und Grundbuch sowie ggf. Maklerprovision. Sie werden meist aus Eigenkapital getragen.
Eigenkapital / LTV bei Wohnsitz im Ausland
Bei Kreditnehmern mit Wohnsitz im Ausland verlangen Banken in der Regel mehr Eigenkapital bzw. akzeptieren einen niedrigeren Beleihungsauslauf (LTV) als bei Inländern – als Ausgleich für das höhere Risiko und den schwierigeren Zugriff auf Sicherheiten.