Programm · Vollfinanzierung

100 % Kaufpreisfinanzierung

Manche Käufer haben das Einkommen und die Bonität für eine Immobilie, aber ihr Eigenkapital steckt woanders — im Depot, in der Firma, in einem anderen Objekt. Genau dann ist die Vollfinanzierung ein Thema: Sie bringen nur die Kaufnebenkosten selbst auf, den Kaufpreis finanziert die Bank. Nicht jede Bank macht das, und nicht für jeden — worauf es ankommt, steht hier.

Eckdaten

100 % Vollfinanzierung im Überblick

0 € EK auf Kaufpreis
8–15 % Nebenkosten als EK
100–110 % Beleihungsauslauf
3.500 €+ Netto/Monat typisch

Was 100 % Finanzierung bedeutet — und wann sie sinnvoll ist

Bei einer 100 % Kaufpreisfinanzierung finanziert die Bank den gesamten Kaufpreis. Sie bringen nur die Kaufnebenkosten als Eigenkapital ein — je nach Bundesland 8–15 % (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch).

Bei 110 %-Finanzierung finanziert die Bank auch die Nebenkosten mit — Sie kommen mit Null-Eigenkapital ins Eigenheim. Das ist deutlich seltener und nur bei Top-Bonität verfügbar.

Wann sich 100 % Finanzierung lohnt

  • Kapitalanlage: Hebeleffekt — Sie binden wenig Eigenkapital und halten es für andere Zwecke frei. Ob sich das rechnet, hängt vom Einzelfall ab (Objekt, Miete, Steuer, Zinsniveau) und ist keine zugesicherte Größe.
  • Expats und Auslandsdeutsche: Eigenkapital im Ausland (USA, Dubai) — Vorabüberweisung in DE kompliziert; bessere Liquidität halten
  • Sehr gute Bonität, wenig Eigenkapital: typisches Profil junger Hochverdiener — Einkommen ist da, Sparvermögen noch nicht
  • Steuerstrategie: bei Kapitalanlage maximierte Werbungskosten (Schuldzinsen voll abzugsfähig)
Voraussetzungen

Was Banken bei 100 % verlangen

  • Sehr gute Bonität: SCHUFA-Score > 95 %, keine negativen Einträge
  • Stabiles Einkommen: Netto 3.500 €+ pro Monat als Einzelnachweis, höher bei Paaren
  • Unbefristete Anstellung oder etablierte Selbstständigkeit (3+ Jahre, gute Bilanzen)
  • Objekt mit gutem Beleihungswert: nicht in B-Lagen oder Sanierungsfällen ohne Konzept
  • Mindestdarlehen meist 250.000 €+ — kleinere Beträge passen nicht ins 100 %-Modell

Was 100 % Finanzierung kostet

Bei hohem Beleihungsauslauf (100 % statt typischen 60–80 %) zahlt die Bank ein Zinsaufschlag — typisch 0,1–0,3 % gegenüber Standard-Konditionen. Dafür bleibt Ihr Eigenkapital für andere Zwecke verfügbar.

Achtung Anlageentscheidung: Eigenkapital nicht einzubringen kann bei Kapitalanlagen rechnerisch sinnvoll sein — bei Eigenheim ist die Rechnung individueller. Ich rechne beide Varianten durch.

FAQ

Häufige Fragen

Bekomme ich 100 % Finanzierung wirklich?
Bei sehr guter Bonität ja — ich vermittele regelmäßig 100 %-Finanzierungen. Voraussetzungen: stabiles Einkommen, gute SCHUFA, marktgängige Immobilie, Mindestdarlehen typisch 250.000 €+. Bei Kapitalanlage ist 100 % leichter zu argumentieren als bei Eigenheim.
Was ist 110 % Finanzierung?
Bei 110 % finanziert die Bank auch die Kaufnebenkosten mit. Sie kommen mit Null-Eigenkapital ins Eigentum. Das ist seltener — nur etwa 5–10 % aller Banken machen das, und auch nur bei absoluter Top-Bonität.
Wann ist 100 % rechnerisch sinnvoll, wann nicht?
Kapitalanlage bei hohem Grenzsteuersatz (ab 42 %): meist sinnvoll — Schuldzinsen voll als Werbungskosten abzugsfähig, Eigenkapital für weitere Anlagen frei. Eigenheim: individuell — niedrigere Zinsen mit 60 % Beleihung können langfristig sparen.

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