KfW 124 — Wohneigentumsprogramm
Der KfW-Klassiker für Kauf oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum — ohne Energieauflagen, ohne Einkommensgrenze, ohne Familienbedingung. Bis 100.000 € zinsverbilligt. Ein verlässlicher Baustein, aber kein Selbstläufer: Ob er sich rechnet, hängt am Vergleich mit dem freien Markt.
Was fördert KfW 124 — und für wen lohnt es sich?
Das Wohneigentumsprogramm 124 ist der einfachste KfW-Baustein: ein zinsverbilligter Kredit bis 100.000 € für den Kauf oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie — Neubau oder Bestand, ganz gleich. Anders als bei 261, 300 oder „Jung kauft Alt" gibt es keine energetischen Anforderungen, keine Einkommensgrenze und keine Familienbedingung. Jede Privatperson, die selbst einzieht, kann ihn nutzen. Der Zins liegt etwas unter der Standard-Baufinanzierung und wird unabhängig von Ihrer Eigenkapitalquote berechnet. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht; die Förderung steckt im Zins. Der wichtigere Hebel liegt aber woanders: Viele Banken tragen den KfW-Baustein nachrangig ins Grundbuch ein und werten ihn teils als Eigenkapitalersatz — das senkt den Beleihungsauslauf Ihres eigentlichen Bankdarlehens und kann es in eine günstigere Zinsstufe bringen. Für Eigennutzer mit wenig Eigenkapital ist genau das der eigentliche Wert. Ob eine Bank so rechnet, ist allerdings von Haus zu Haus verschieden — und genau darin liegt die Auswahl, die über den Vorteil entscheidet.
Konditionen und Grenzen
Das Programm ist bewusst schlicht gehalten — das macht es breit einsetzbar, aber auch bescheiden im Volumen:
- Bis 100.000 € Förderkredit je Vorhaben — zum 18. Juni 2026 von zuvor 50.000 € angehoben. Reine Zinsverbilligung, kein Tilgungszuschuss.
- Keine Auflagen: kein Effizienzstandard, keine Einkommens- oder Vermögensgrenze, keine Familienbedingung. Voraussetzung ist allein die Selbstnutzung.
- Gefördert wird der Kaufpreis (inklusive Modernisierungs- und Umbaukosten beim Erwerb) beziehungsweise beim Neubau Grundstück, Baukosten, Baunebenkosten und Außenanlagen.
- Laufzeit bis 35 Jahre, mit 1 bis 5 tilgungsfreien Anlaufjahren; Zinsbindung wahlweise 5 oder 10 Jahre. Die bereitstellungszinsfreie Zeit beträgt seit der Anpassung 12 Monate.
- Nicht gefördert: Ferienimmobilien, vermietete oder gewerbliche Flächen, Umschuldungen und Anschlussfinanzierungen sowie einzelne Maßnahmen an bereits selbstgenutztem Eigentum.
Wie bei jedem KfW-Programm gilt: Der Antrag muss vor Vorhabensbeginn stehen, und er läuft nicht direkt bei der KfW, sondern über die durchleitende Bank. Sondertilgungen sind während der Zinsbindung ausgeschlossen; eine vorzeitige Ablösung ist nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich.
Stand: KfW-Wohneigentumsprogramm (124), Konditionen inklusive der Anhebung zum 18.06.2026. Geprüft am 21.07.2026. Der tagesaktuelle Zinssatz und der maßgebliche Kreditbetrag stehen in der KfW-Zusage. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
Nicht der KfW-Zins — der Beleihungsauslauf
Der Zinsvorteil des 124 allein ist überschaubar. Der größere Effekt entsteht woanders: Viele Banken tragen den KfW-Baustein nachrangig ins Grundbuch ein und werten ihn als Eigenkapitalersatz. Dadurch sinkt der Beleihungsauslauf Ihres erstrangigen Bankdarlehens — und rutscht es in eine günstigere Zinsstufe, verbilligt sich der Zins auf den gesamten, großen Bankbetrag. Das kann mehr wiegen als der KfW-Zins selbst. Wie dieser Hebel wirkt und was er in Prozentpunkten bedeutet, zeigen wir mit Musterbeispielen auf der Seite Förderdarlehen als Eigenkapitalersatz. Zwei Situationen, in denen 124 besonders lohnt:
- Wenig Eigenkapital. Weil der KfW-Baustein nachrangig als Eigenkapitalersatz wirken kann, drückt er den Auslauf der Bank-Tranche gerade dann, wenn die Bank sonst wegen hoher Beleihung einen Aufschlag verlangt — der eigentliche Wert für Eigennutzer mit knappem Eigenkapital.
- Wenn andere Familienprogramme ausscheiden. Wer die Einkommensgrenze von KfW 300 reißt oder bereits Wohneigentum besitzt, fällt bei der Familienförderung heraus — 124 kennt diese Grenzen nicht und ist dann der naheliegende Auffang.
Die ehrliche Gegenprobe gehört dazu: Nicht jede Bank wertet den 124 als Eigenkapitalersatz — manche zählen ihn als normales Fremdkapital in den Auslauf, dann bleibt nur der reine Förderzins. Und 124 ist in den Konditionen starr (nur zwei Zinsbindungen, keine Sondertilgung). Welche Bank den Baustein so rechnet, dass er den Beleihungsauslauf senkt, entscheidet über den Vorteil — genau diese Auswahl treffen wir. Die Beratung ist für Sie kostenlos; die Provision zahlt die Bank. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der KfW-124-Kredit?
Gibt es Einkommens- oder Energieauflagen?
Kann ich KfW 124 mit anderen Programmen kombinieren?
Lohnt sich KfW 124 immer?
Wann muss der Antrag gestellt werden?
Information
Weiterführende Seiten
KfW 300 — Wohneigentum für Familien
Die Familienförderung mit Einkommensgrenze — 124 ist der Auffang, wenn sie ausscheidet.
Zur Seite → KfWKfW 261 — Energetische Sanierung
Für die energetische Maßnahme, während 124 den Kaufpreis trägt — gut kombinierbar.
Zur Seite → ÜberblickAlle KfW-Programme
Neubau, Sanierung, Familien, Heizung — welcher Baustein zu Ihrem Vorhaben passt.
Zur Seite →KfW 124 gegen den Markt gerechnet
Unverbindliche Erstberatung kostenlos — Provision wird von der Bank gezahlt. Ich prüfe, ob der 124-Baustein Ihr Paket wirklich verbessert oder ob eine freie Bank den besseren Zins bietet.