Kreditwürdigkeitsprüfung (§ 505a/505d BGB)
Die Kreditwürdigkeitsprüfung ist bei Immobilienkrediten Pflicht. In Deutschland hat eine fehlerhafte Prüfung nach § 505d BGB harte Folgen für die Bank: Der Sollzins sinkt auf den marktüblichen Satz, der Kunde kann ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen. Diese starken Verbraucherrechte sind der eigentliche Kern der Norm.
Was das Gesetz verlangt und was bei Fehlern passiert
Vor jedem Immobiliar-Verbraucherdarlehen muss die Bank prüfen, ob der Kreditnehmer die Raten voraussichtlich dauerhaft tragen kann (§ 505a BGB). Fällt diese Prüfung fehlerhaft aus, ordnet § 505d BGB scharfe Rechtsfolgen an: Der Sollzins ermäßigt sich auf den marktüblichen Zinssatz, der Darlehensnehmer kann jederzeit und ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen, und Schadensersatz kommt in Betracht, wenn der Vertrag bei korrekter Prüfung nicht hätte geschlossen werden dürfen. Fehler sind für die Bank also teuer — der Anreiz, konservativ und sorgfältig zu prüfen, ist entsprechend groß.
Die 40-Prozent-Faustregel — und was sie mit Spanien zu tun hat (und was nicht)
Als Faustregel der Bankpraxis — nicht als gesetzliche Obergrenze — rechnen deutsche Banken mit bis zu rund 40 Prozent des Nettoeinkommens für Kreditrate und laufende Verpflichtungen; in Spanien sind rund 35 Prozent üblich (die regla del 35 Prozent), bezogen auf den gesamten Schuldendienst. Dieser kleine Unterschied in der Tragfähigkeitsquote ist aber nicht der Grund, warum dasselbe Gehalt in Spanien deutlich weniger Kredit trägt. Das entscheiden drei ganz andere Dinge: die Beleihung (Nicht-Residenten in Spanien bis rund 70 Prozent auf den niedrigeren Wert aus Kaufpreis und Tasación, während ein Kauf in Deutschland bis zu 100 Prozent finanziert werden kann), die Kaufnebenkosten von 10 bis 13 Prozent, die keine Bank mitfinanziert, und die Altersgrenze (Alter plus Laufzeit meist höchstens 75). Der § 505d BGB und sein spanisches Gegenstück im Ley 5/2019 (LCCI) betreffen dagegen die Rechte bei fehlerhafter Prüfung, nicht das Kreditvolumen. Den ausführlichen Vergleich behandelt die Schwesterseite perini.es unter „Deutsche oder spanische Bank"
Was das für Ihre Finanzierung bedeutet
Für die Praxis heißt das: Die § 505d-Rechtsfolgen sind ein starkes Verbraucherrecht in Deutschland — sie schützen Sie, wenn die Bank falsch prüft, sagen aber nichts darüber, wie viel Kredit Sie bekommen. Wie viel Ihr Nettoeinkommen trägt, hängt von Ihren laufenden Verpflichtungen, der Beleihung und der Bank ab und ist keine feste Prozentgrenze. Wer in Deutschland und Spanien finanziert, sollte die echten Stellschrauben von Anfang an einplanen — Beleihung, Nebenkosten, Laufzeit — statt mit einer pauschalen Prozentregel. Eine belastbare Einschätzung für Ihre Situation gibt es in einem kurzen Gespräch.
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