Die eine Frage
Zwei Finanzierungen, ein Einkommen
Niederlassung und Eigenheim fallen bei Heilberuflern regelmäßig in dieselben wenigen Jahre. Aus Sicht der Bank sind das nicht zwei Vorgänge, sondern einer: Trägt das künftige Einkommen dauerhaft beide Kapitaldienste? Alles andere — Zinssatz, Zinsbindung, Objektwert — ist der Frage nachgeordnet.
Bewertet wird deshalb das vollständige Bild: erwartete Praxisüberschüsse, private Lebenshaltung, bestehende Darlehen, Eigenkapital und die Reserven, die nach beiden Vorhaben übrig bleiben. In den ersten Jahren nach Gründung oder Übernahme zählt eine belastbare Planung mehr als eine optimistische Umsatzprognose — Letztere hält der Kreditprüfung ohnehin nicht stand.
Der teuerste Fehler ist die Reihenfolge. Zuerst wird die Praxis finanziert, ein Jahr später kommt der Immobilienwunsch — und die Baufinanzierung war in der ersten Planung nie vorgesehen. Der Spielraum ist dann verbraucht, obwohl das Einkommen ihn hergegeben hätte. Umgekehrt gilt dasselbe: Eine hohe private Rate belastet die Beurteilung des Praxisvorhabens.