Gesundheitsimmobilien · MKG-Chirurgie (Kieferchirurgie)

MKG-Chirurgie-Praxis finanzieren: was die Abkürzung bedeutet, Doppelapprobation, Splittingverbot und Praxiskauf

Kein anderes Fach in Deutschland verlangt zwei Approbationen. Das öffnet Ihnen finanzierungsseitig mehr Türen als anderen Fachärzten, egal ob Sie eine bestehende Praxis kaufen oder neu gründen — verlangt aber auch, dass Sie von Anfang an wissen, über welchen Weg Sie abrechnen.

MKG-Chirurgie-Praxis: Welchen Vor- und Nachteil hat die Doppelapprobation?

Für die MKG-Chirurgie-Praxis bedeutet die Doppelapprobation mehr mögliche Finanzierer, aber getrennte Abrechnungswege. MKG-Chirurgen können sich an ärztlich und an zahnärztlich spezialisierte Häuser wenden. Dafür gilt das Splittingverbot: Jeder Behandlungsfall läuft entweder über die KV oder über die KZV, nie über beide. Die Zulassungskonstellation sollte von Anfang an feststehen.

Was bedeutet MKG, und welche Approbationen setzt sie als einzige Fachrichtung voraus?

Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie setzt als einzige Fachrichtung in Deutschland beide Approbationen voraus, Medizin und Zahnmedizin. Für die Finanzierung ist das zunächst ein Vorteil, weil der Kreis der infrage kommenden Häuser strukturell größer ist.

Wie finanziere ich eine MKG-Praxis oder -Klinik? Die Doppelapprobation ist ein Vorteil: MKG-Chirurgen können sich sowohl an ärztlich als auch an zahnärztlich spezialisierte Häuser wenden, der Kreis der Finanzierungspartner ist strukturell größer. Entscheidend ist, die Zulassungskonstellation von Anfang an festzulegen. Die Erstberatung ist kostenlos. Finanzierung für Ärzte.

MKG-Chirurgen brauchen zwei Approbationen, Medizin und Zahnmedizin: Beide Studiengänge müssen abgeschlossen sein, bevor die Facharztweiterbildung beginnt — bundesweit einzigartig. Bis zum Facharzttitel vergehen nach Angaben der DGMKG etwa 14 bis 15 Jahre, die Weiterbildung selbst dauert 60 Monate.

Splittingverbot: ein Behandlungsfall läuft über KV oder KZV, nie über beide: Ein einzelner, zusammenhängender Behandlungsfall darf nicht teils über die KV und teils über die KZV abgerechnet werden — das hat das Bundessozialgericht (BSG) 2016 bestätigt. Pro Fall gilt entweder der eine oder der andere Weg.

Was bedeutet die Doppelapprobation für die Finanzierung einer MKG-Chirurgie-Praxis? Die Doppelapprobation macht die Finanzierung einer MKG-Chirurgie-Praxis zum Sonderfall: Als einzige Fachrichtung in Deutschland setzt die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie beide Approbationen voraus — Medizin und Zahnmedizin. Für die Finanzierung hat das zwei konkrete Folgen.

Erstens gilt das Splittingverbot: Abgerechnet wird je Behandlungsfall entweder über die Kassenärztliche oder über die Kassenzahnärztliche Vereinigung, nie über beide.

Die Erlösplanung muss deshalb offenlegen, welcher Anteil des Leistungsspektrums über welchen Weg läuft — eine Bank, die zwei Erlösquellen addiert sieht, rechnet sonst mit Umsatz, den es nicht gibt.

Zweitens eröffnen zwei Zulassungen zwei mögliche Förderwege, aber keine doppelte Förderung: Welche Niederlassungsförderung greift, richtet sich nach den Regeln der jeweiligen KV oder KZV; ob und wie eine zweite Zulassung gefördert wird, erfragen Sie dort im Einzelfall.

Investitionsseitig dominieren OP-Bereich, Sterilisation und die bildgebende Diagnostik — Positionen mit langer Nutzungsdauer, die getrennt von der Einrichtung finanziert gehören.

Bewährt hat sich, die Zulassungskonstellation vor dem ersten Bankgespräch festzulegen und schriftlich zu haben: Eine spätere Änderung berührt Abrechnung, Förderfähigkeit und Kalkulation gleichzeitig.

Die Fachrichtung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist die einzige in Deutschland, die zwingend beide Approbationen voraussetzt: ein abgeschlossenes Medizin- und ein abgeschlossenes Zahnmedizinstudium, bevor die eigentliche Facharztweiterbildung überhaupt beginnen kann.

Wie läuft der Weg zum MKG-Chirurgen? Nach der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie setzt die Facharztweiterbildung beide Approbationen voraus. Das Medizinstudium dauert etwa sechs Jahre, das Zweitstudium Zahnmedizin etwa dreieinhalb, die Weiterbildung 60 Monate; insgesamt sind es rund 14 bis 15 Jahre. Banken fragen deshalb bei MKG-Gründern früh nach Qualifikation, Zulassungsstatus und operativer Erfahrung.

Gilt für MKG-Chirurgen die Bedarfsplanung? Die Bedarfsplanungs-Richtlinie des G-BA (Stand 21.04.2022) führt die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie nicht unter den beplanten Arztgruppen der §§ 11 bis 14 auf. Für Zahnärzte gelten Zulassungsbeschränkungen und Nachbesetzungsverfahren nach § 103 Abs. 1 bis 7 SGB V nach dessen Abs. 8 nicht. Ob in Ihrer Region für die ärztliche Zulassung Beschränkungen angeordnet sind, klären Sie vor dem Kaufvertrag bei der KV.

Was besagt das Splittingverbot zwischen KV und KZV?

Wer sowohl die ärztliche als auch die zahnärztliche Zulassung besitzt, muss sich bei jedem einzelnen Behandlungsfall entscheiden, ob über die Kassenärztliche Vereinigung (KV, nach EBM) oder die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV, nach BEMA/GOZ) abgerechnet wird. Das Bundessozialgericht (BSG) hat 2016 in einem vielzitierten Urteil (Az. B 6 KA 16/15 R) ein striktes Splittingverbot bestätigt: Ein einheitlicher Behandlungsfall darf nicht in zwei Abrechnungsfälle aufgeteilt werden, um Leistungen teils über die eine, teils über die andere Gebührenordnung abzurechnen.

Für die Praxisplanung bedeutet das, dass die Umsatzstruktur nicht beliebig zwischen beiden Abrechnungswegen wechseln kann. Wer sein Leistungsspektrum plant — etwa mehr implantologisch-zahnärztlich oder mehr tumorchirurgisch-ärztlich ausgerichtet —, legt damit indirekt auch fest, welcher Kassenweg über welchen Anteil des Umsatzes entscheidet. Diese Weichenstellung gehört in die Wirtschaftlichkeitsplanung, nicht erst in die laufende Abrechnung.

Was heißt das für die Kreditunterlagen? Die Bank erwartet eine Erlösplanung, die den Abrechnungsweg je Leistungsbereich offenlegt. Wer etwa operative Tumorchirurgie ärztlich und Implantologie zahnärztlich plant, zeigt zwei getrennte Ertragsquellen, aber keine, die sich im selben Fall addieren. Eine Umstellung des Leistungsspektrums verändert deshalb Abrechnungsweg und Kalkulation zugleich.

Splittingverbot und Behandlungsfall bei MKG-Chirurgen mit Doppelzulassung
PunktInhalt
GrundsatzPro Behandlungsfall nur ein Abrechnungsweg, KV oder KZV; die Aufteilung in zwei Abrechnungsfälle ist nicht zulässig
RechtsprechungBSG, Urteil vom 04.05.2016 (B 6 KA 16/15 R); BSG, Urteil vom 25.11.2020 (B 6 KA 28/19 R): Das Splittingverbot gilt unabhängig von der Organisationsform
BehandlungsfallGleiche Praxis (Einzelpraxis, Berufsausübungsgemeinschaft, MVZ), gleiches Quartal, gleicher Versicherter und gleiche Krankenkasse
ZusammenhangFolgekrankheiten, hinzugetretene Krankheiten und fortgeführte unterbrochene Behandlungen zählen zum selben Fall
Folge für die PlanungErlösplanung weist aus, welcher Anteil des Leistungsspektrums über KV und welcher über KZV läuft

Bedeuten zwei Zulassungen doppelte Förderung?

Nein, zwei mögliche Förderwege: Programme aus der ärztlichen und der zahnärztlichen Welt kommen grundsätzlich infrage; welche greift, hängt vom Programm und von Ihrer Zulassungskonstellation ab.

Fragen Sie vor der Investitionsplanung bei KV und KZV nach, welche Förderrichtlinien für MKG-Konstellationen gelten. Offen steht Freiberuflern der KfW-Gründerkredit StartGeld 067, dessen Rahmen bei einem Vorhaben dieser Größe allerdings nur einen Teil abdeckt.

MKG-Praxis mit chirurgischem Schwerpunkt: OP-Bereich und bildgebende Diagnostik (üblicherweise digitale Volumentomographie, DVT) machen zusammen mehr als die Hälfte der Investition aus — Ausdruck des chirurgischen Schwerpunkts der Fachrichtung.

Was gehört zur Zulassungskonstellation, die von Anfang an feststehen muss?

Zur Zulassungskonstellation gehören Umfang und Art der ärztlichen bzw. zahnärztlichen Zulassung und das geplante Leistungsspektrum mit seiner Erlösverteilung KV/KZV. Hinzu kommt die Investitions- und Liquiditätsplanung für bildgebende Diagnostik und OP-Bereich.

  • Umfang und Art der ärztlichen bzw. zahnärztlichen Zulassung
  • geplantes Leistungsspektrum und dessen Auswirkung auf die Erlösverteilung KV/KZV
  • Qualifikation und Erfahrung, insbesondere im operativen Bereich
  • Investitions- und Liquiditätsplanung für die bildgebende Diagnostik und den OP-Bereich

Diese Seite erklärt Finanzierungsstrukturen allgemeinverständlich. Die Frage, welcher Abrechnungsweg für Ihr konkretes Leistungsspektrum passt, gehört zu Ihrer Kammer bzw. Ihrem Steuerberater — wir strukturieren die Finanzierung passend dazu.

MKG-Praxis kaufen: Was prüft die Bank zuerst?

Die Bank prüft zuerst, ob die Zulassungskonstellation von Anfang an feststeht.

Dazu zählen Umfang und Art der ärztlichen bzw. zahnärztlichen Zulassung, das geplante Leistungsspektrum und seine Auswirkung auf die Erlösverteilung zwischen KV und KZV, Qualifikation und Erfahrung im operativen Bereich sowie die Investitions- und Liquiditätsplanung für Diagnostik und OP-Bereich.

MKG-Praxis kaufen: Wie läuft die Nachfolge ab? Ist für die ärztliche Zulassung ein Planungsbereich gesperrt, entscheidet der Zulassungsausschuss auf Antrag, ob ein Nachbesetzungsverfahren stattfindet (§ 103 Abs. 3a SGB V). Dann schreibt die KV den Sitz aus, und der Ausschuss wählt unter den Bewerbern nach pflichtgemäßem Ermessen; zu den Kriterien gehören berufliche Eignung, Approbationsalter, Dauer der ärztlichen Tätigkeit und die Frage, ob der Bewerber angestellter Arzt oder Praxispartner des bisherigen Vertragsarztes ist (§ 103 Abs. 4 SGB V). Die wirtschaftlichen Interessen des Verkäufers werden nur berücksichtigt, soweit der Kaufpreis den Verkehrswert der Praxis nicht übersteigt. Für die Praxisübernahme heißt das: Kaufpreisverhandlung und Bankzusage stehen unter dem Vorbehalt der Entscheidung des Ausschusses, und die Praxisübernahme-Finanzierung plant diese Zeit ein.

Finanzierung einer Gewerbeimmobilie: Praxisräume kaufen oder mieten? Wer die Praxis- oder Klinikräume kauft, nimmt eine Finanzierung einer Gewerbeimmobilie auf: Die Bank bewertet Objekt, Nutzung und die Ertragskraft der Praxis, die Zins und Tilgung tragen muss. Gebäudegebundene Teile wie OP-Bereich und Sterilisation gehören in die Immobilienfinanzierung, bewegliche Geräte wie das DVT in die Gerätefinanzierung. Für die Finanzierung von Gewerbeimmobilien durch Investoren und Eigennutzer zeigt die Seite Ankaufs- und Bestandsfinanzierung die Maßstäbe der Banken.

Modellrechnung

Neugründung mit OP-Bereich

Modellrechnung · kein Mandat

PositionBetrag
OP-Bereich und Sterilisation680.000 €
Bildgebende Diagnostik (DVT)420.000 €
Behandlungs- und Sprechzimmer310.000 €
IT und Dokumentation90.000 €
Einrichtung150.000 €
Liquiditätsreserve150.000 €
Gesamt1.800.000 €

Keine verbindliche Zusage. Konditionen bonitätsabhängig.

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Modellrechnungen ohne Gewähr. Keine verbindlichen Angebote. Konditionen variieren je nach Bonität, Objekt und Bank. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Stand und Quelle. Angaben nach der KZV Berlin (Seite MKG-Chirurgie, BSG-Urteil vom 04.05.2016), dem Deutschen Ärzteblatt zum BSG-Urteil vom 25.11.2020, der DGMKG (Ausbildungsweg), § 103 SGB V (gesetze-im-internet.de) und der Bedarfsplanungs-Richtlinie des G-BA (Stand 21.04.2022), geprüft am 04.10.2026. Maßgeblich ist die zum Antragszeitpunkt gültige Fassung. Diese Seite ist Finanzierungsberatung, keine Rechts- oder Steuerberatung (§ 1 StBerG, RDG), ohne Gewähr.

Häufige Fragen

Was bedeutet MKG, und was ist MKG-Chirurgie genau?

MKG steht für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Sie ist die einzige Fachrichtung in Deutschland, die beide Approbationen voraussetzt, Medizin und Zahnmedizin. Bis zum Facharzttitel vergehen nach Angaben der DGMKG etwa 14 bis 15 Jahre, die Weiterbildung selbst dauert 60 Monate.

Welche Rolle spielt die bildgebende Diagnostik in der Finanzierung?

Eine erhebliche — digitale Volumentomographie (DVT) und OP-Ausstattung machen bei einer MKG-Neugründung häufig den größten Teil der Investition aus.

MKG-Abrechnung: Wann läuft ein Behandlungsfall über die KV, wann über die KZV?

Je Behandlungsfall muss entschieden werden, ob über die KV (nach EBM) oder über die KZV (nach BEMA/GOZ) abgerechnet wird; ein zusammenhängender Fall darf nicht geteilt werden (BSG 2016). Welcher Weg welchen Anteil trägt, hängt vom geplanten Leistungsspektrum ab, etwa mehr implantologisch-zahnärztlich oder mehr tumorchirurgisch-ärztlich. Diese Weichenstellung gehört in die Wirtschaftlichkeitsplanung.

Finanzierung von Gewerbeimmobilien: Kann ich die MKG-Praxisräume kaufen?

Ja, die Praxis- oder Klinikräume lassen sich als Gewerbeimmobilie finanzieren. Die Bank bewertet Objekt, Nutzung und die Ertragskraft der Praxis. OP-Bereich und Sterilisation gehören in die Immobilienfinanzierung, das DVT in die Gerätefinanzierung. Eine Zusage gibt es erst nach der Bankprüfung.

Finanzierung einer Gewerbeimmobilie: Welche Unterlagen verlangt die Bank bei einer MKG-Praxis?

Üblich sind Nachweise zu Zulassung und Approbationen, die Erlösplanung getrennt nach KV und KZV, Mietvertrag oder Kaufunterlagen des Objekts und eine Liquiditätsplanung. Bei einer Übernahme kommen Bescheide des Zulassungsausschusses und die Kaufpreisherleitung hinzu.

Praxisübernahme MKG: Wie entscheidet der Zulassungsausschuss bei mehreren Bewerbern?

Bei gesperrtem Planungsbereich wählt der Zulassungsausschuss nach pflichtgemäßem Ermessen unter den Bewerbern. Kriterien sind unter anderem berufliche Eignung, Approbationsalter, Dauer der ärztlichen Tätigkeit und eine Tätigkeit als angestellter Arzt oder Praxispartner des Verkäufers. Der Verkäufer kann nur bis zum Verkehrswert der Praxis wirtschaftlich berücksichtigt werden (§ 103 Abs. 4 SGB V).

Kredit für Ärzte: Wie finanziert man eine MKG-Praxis mit Doppelzulassung?

Bei einem Kredit für Ärzte mit Doppelzulassung prüft die Bank, welcher Teil der Erlöse über KV und welcher über KZV läuft. Beide Wege stehen nicht im selben Behandlungsfall nebeneinander. Die Investitionen für OP-Bereich und Diagnostik werden nach Nutzungsdauer getrennt finanziert, die Reserve deckt die Anlaufphase.

MKG-Praxis oder Klinik finanzieren

Unverbindliche Erstberatung kostenlos. Wir stimmen Zulassungskonstellation und Finanzierungsstruktur von Anfang an aufeinander ab.
Sie ist keine Steuer- oder Rechtsberatung (§ 1 StBerG, RDG).

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