Die Doppelstruktur
GKV-Diagnostik und IGeL-Chirurgie sind zwei verschiedene Geschäfte
Ein modernes Augenzentrum vereint typischerweise zwei wirtschaftlich unterschiedliche Bereiche unter einem Dach: die klassische augenärztliche Versorgung — Diagnostik, Glaukom- und Netzhautbehandlung, Kataraktchirurgie —, die überwiegend über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet wird, und die refraktive Chirurgie (LASIK, Femto-LASIK, Linsenaustausch zur Fehlsichtigkeitskorrektur), die als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) fast ausschließlich privat vom Patienten selbst getragen wird, weil keine medizinische Notwendigkeit im Sinne der GKV besteht.
Diese zwei Bereiche haben fundamental unterschiedliche Umsatzcharakteristiken: Die GKV-Versorgung ist planbar und wiederkehrend, aber margenärmer. Die refraktive Chirurgie ist margenstärker, aber konjunktur- und vertrauensabhängiger — in wirtschaftlich unsicheren Zeiten verschieben Patienten elektive Eingriffe eher als notwendige Behandlungen.