Praxisbericht · Singapur · Mitarbeiteraktien

„Ihr Grundgehalt reicht aus. Aber was machen wir mit den Aktien?“

Mit genau dieser Frage begann das eigentliche Problem.

Information

Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt einen anonymisierten Praxisfall. Personenbezogene Daten sowie einzelne Finanzierungsdetails wurden zum Schutz der Beteiligten verändert. Der Ablauf entspricht einer typischen Beratungssituation.

Der Manager arbeitete seit neun Jahren für einen der größten internationalen Technologiekonzerne. Sein Arbeitsplatz befand sich in Singapur, sein Einkommen war ausgezeichnet.

Allerdings bestand fast ein Drittel seiner jährlichen Vergütung nicht aus Gehalt.

Sondern aus Mitarbeiteraktien (RSUs), Bonuszahlungen und einem langfristigen Aktienprogramm.

Für internationale Technologieunternehmen völlig normal.

Für viele deutsche Banken dagegen alles andere als Standard.

Der Umzug nach Deutschland

Das Unternehmen bot ihm die Leitung der deutschen Niederlassung in Frankfurt an.

Die Familie wollte die Gelegenheit nutzen und dauerhaft nach Deutschland ziehen.

Noch bevor der Arbeitsvertrag in Deutschland begann, fanden sie ein Einfamilienhaus im Taunus.

Die Kinder waren begeistert.

Der Notartermin wurde reserviert.

Die Finanzierung schien reine Formsache.

Die Zahlen überzeugten

Die wirtschaftliche Situation war ausgezeichnet.

  • Kaufpreis: 935.000 Euro
  • Eigenkapital: 295.000 Euro
  • Finanzierungsbedarf: 700.000 Euro

Selbst ohne Bonuszahlungen wäre die Finanzierung tragbar gewesen.

Mit den jährlichen Aktienprogrammen war sie ausgesprochen komfortabel.

Trotzdem lehnte die erste Bank ab.

Warum Aktienvergütungen häufig falsch bewertet werden

Die Bank betrachtete ausschließlich das feste Grundgehalt.

Die jährlich zugeteilten Mitarbeiteraktien wurden praktisch nicht berücksichtigt.

Auch die Bonuszahlungen flossen nur teilweise in die Haushaltsrechnung ein.

Für die Familie war das überraschend.

Schließlich gehörten diese Vergütungen seit vielen Jahren regelmäßig zum Einkommen.

Die eigentliche Analyse

Vor einer neuen Finanzierungsanfrage wurde deshalb die gesamte Einkommensentwicklung der vergangenen Jahre ausgewertet.

Dabei zeigte sich:

Die Bonuszahlungen schwankten zwar leicht.

Die Aktienprogramme wurden jedoch seit vielen Jahren regelmäßig zugeteilt.

Ein erheblicher Teil war bereits verkauft worden und bildete einen wesentlichen Bestandteil des Eigenkapitals.

Damit entstand ein völlig anderes Bild.

Nicht einzelne Bonuszahlungen.

Sondern ein langfristig stabiles Vergütungsmodell.

Die richtige Bank

Diesmal wurde gezielt ein Finanzierungspartner ausgewählt, der regelmäßig internationale Führungskräfte begleitet.

Bereits mit der Finanzierungsanfrage erhielt die Bank:

  • Arbeitsverträge
  • Einkommenshistorie
  • Bonusentwicklung
  • Nachweise über Aktienprogramme
  • Vermögensübersicht
  • Eigenkapitalnachweise

Dadurch ließ sich die tatsächliche wirtschaftliche Situation wesentlich realistischer bewerten.

Die Finanzierung

Nach Abschluss der Prüfung erfolgte die Finanzierungszusage.

Der Kaufvertrag konnte wie geplant unterschrieben werden.

Wenige Monate später zog die Familie nach Deutschland.

Heute lebt sie im eigenen Haus, während der Arbeitgeber seinen europäischen Standort erfolgreich ausgebaut hat.

Was internationale Führungskräfte daraus lernen können

Immer mehr internationale Unternehmen vergüten ihre Mitarbeiter nicht ausschließlich über ein festes Gehalt.

Aktienprogramme, Bonusmodelle und langfristige Incentives gehören heute zum Alltag.

Nicht jede Bank bewertet diese Einkommensbestandteile gleich.

Deshalb entscheidet häufig die richtige Vorbereitung über den Erfolg der Finanzierung.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Können Mitarbeiteraktien bei einer Baufinanzierung berücksichtigt werden?
Ja. Je nach Bank können regelmäßig gewährte Aktienprogramme in die Gesamtbewertung einfließen.
Sind Bonuszahlungen problematisch?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, ob sie dauerhaft und nachvollziehbar erzielt werden.
Können internationale Führungskräfte ein Eigenheim in Deutschland finanzieren?
Ja. Viele Banken begleiten entsprechende Finanzierungen.
Muss der deutsche Arbeitsvertrag bereits begonnen haben?
Nicht immer. Entscheidend ist die individuelle Gesamtsituation.
Können auch internationale Einkommensbestandteile anerkannt werden?
Ja. Voraussetzung ist eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation.

Fazit

Dieser Praxisfall zeigt, dass moderne Vergütungsmodelle viele klassische Kreditprüfungen vor Herausforderungen stellen.

Wer seine Einkommensstruktur verständlich dokumentiert und auf Banken setzt, die Erfahrung mit internationalen Führungskräften besitzen, schafft beste Voraussetzungen für den erfolgreichen Kauf eines Eigenheims in Deutschland.

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Anonymisierter Einzelfall, keine zusicherungsfähige Aussage für andere Vorhaben · Beratung kostenlos · Provision von der Bank · §34i GewO · keine Rechts- oder Steuerberatung · keine Finanzierungszusage; Konditionen abhängig von Bonität, Beleihung und Bank