Kapitalanlage trotz bevorstehender Niederlassung
Eine Kardiologin stand kurz vor dem Schritt in die eigene Praxis und wollte zugleich ihre erste Kapitalanlage finanzieren. Ein Timing, das Banken oft abschreckt.
„Warten Sie doch erst, bis die Praxis läuft.“
Diesen Rat bekam die Kardiologin fast von jedem.
Von Kollegen.
Von Freunden.
Sogar ihr Steuerberater fragte:
„Muss die Kapitalanlage wirklich jetzt sein?“
Ihre Antwort war eindeutig.
„Gerade jetzt.“
Denn sie wusste, dass sich ihre finanzielle Situation in den kommenden Jahren grundlegend verändern würde.
Genau deshalb wollte sie vorher den Grundstein für ihren privaten Vermögensaufbau legen.
Der Wechsel stand bereits fest
Nach vielen Jahren als Oberärztin hatte sie sich entschieden, in eine bestehende kardiologische Praxis einzusteigen.
Der Gesellschaftsvertrag war vorbereitet.
Die Finanzierung der Beteiligung ebenfalls.
Bis zum Einstieg blieben jedoch noch einige Monate.
Diese Zeit wollte sie nutzen.
Nicht für eine größere Wohnung.
Nicht für ein neues Auto.
Sondern für ihre erste Kapitalanlage.
Das Objekt
Nach mehreren Besichtigungen entschied sie sich für eine vermietete Eigentumswohnung.
Die Wohnung befand sich in einer wirtschaftlich starken Großstadt.
Die Vermietung lief seit Jahren problemlos.
Die Eckdaten:
- Kaufpreis: 356.000 Euro
- Finanzierung: 100 % des Kaufpreises
- Kaufnebenkosten: vollständig aus Eigenmitteln
Warum die erste Bank zögerte
Die Bank konzentrierte sich fast ausschließlich auf die bevorstehende Niederlassung.
Praxisbeteiligung.
Neue Finanzierungen.
Veränderung der Einkommensstruktur.
Aus Sicht des Kreditinstituts entstand dadurch zusätzliche Unsicherheit.
Für die Ärztin war die Situation dagegen klar.
Die Praxis war bereits vertraglich vorbereitet.
Die wirtschaftlichen Prognosen waren überzeugend.
Und die Kapitalanlage sollte unabhängig davon langfristig bestehen bleiben.
Die Analyse
Gemeinsam wurde die gesamte berufliche Entwicklung dargestellt.
Nicht nur die heutige Situation.
Sondern auch die nächsten Jahre.
Berücksichtigt wurden unter anderem:
- bisherige Einkommensentwicklung,
- Arbeitsvertrag,
- Beteiligungsvertrag,
- Eigenkapital,
- Liquiditätsreserve,
- Haushaltsrechnung,
- Objektunterlagen.
Dadurch entstand erstmals ein vollständiges Gesamtbild.
Warum eine 100-%-Finanzierung?
Die Ärztin hätte Eigenkapital einsetzen können.
Sie entschied sich bewusst dagegen.
Die vorhandenen Mittel sollten für den Einstieg in die Praxis verfügbar bleiben.
Die Wohnung sollte sich möglichst weitgehend selbst tragen.
Nicht ihre unternehmerischen Pläne einschränken.
Die Finanzierung
Nach Abschluss der wirtschaftlichen Prüfung erfolgte die Zusage.
Der Kaufpreis wurde vollständig finanziert.
Die Kaufnebenkosten übernahm die Käuferin selbst.
Damit blieb ausreichend Liquidität für den Einstieg in die Gemeinschaftspraxis erhalten.
Drei Jahre später
Die Praxis entwickelt sich erfolgreich.
Die Wohnung ist weiterhin vermietet.
Beide Investitionen ergänzen sich heute.
Die Praxis erwirtschaftet Einkommen.
Die Immobilie baut Vermögen auf.
Genau das war von Anfang an das Ziel.
Was andere Ärzte daraus lernen können
Der Einstieg in die Selbstständigkeit muss den privaten Vermögensaufbau nicht unterbrechen.
Unter den passenden Voraussetzungen können beide Ziele gleichzeitig verfolgt werden.
Entscheidend ist eine Finanzierung, die ausreichend finanziellen Spielraum lässt.
Häufig gestellte Fragen
Können Ärzte vor einer Niederlassung eine Kapitalanlage finanzieren?
Ist eine 100-%-Finanzierung möglich?
Sollte vorhandenes Eigenkapital lieber in die Praxis investiert werden?
Werden zukünftige Einkommensentwicklungen berücksichtigt?
Kann eine Kapitalanlage parallel zur Praxisgründung sinnvoll sein?
Fazit
Dieser Praxisfall zeigt, dass eine bevorstehende Niederlassung den Einstieg in den Immobilienmarkt nicht zwangsläufig verhindern muss.
Wer seine Finanzierung strategisch plant und Liquidität für die Praxis erhält, kann gleichzeitig den Grundstein für den langfristigen privaten Vermögensaufbau legen – auch mit einer 100-%-Finanzierung des Kaufpreises.
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