Praxisbericht · Ärzte · Assistenzarzt

„Sie sollten erst einmal ein Eigenheim kaufen.“

Mit 31 Jahren wollte ein Assistenzarzt früh mit dem Vermögensaufbau beginnen — eine vermietete Eigentumswohnung als erste Kapitalanlage. Die erste Bank riet ab.

Typischer, anonymisierter Praxisfall. Personen, Orte und einzelne Finanzierungsdaten wurden zum Schutz der Privatsphäre angepasst. Der Ablauf entspricht einer typischen Beratungssituation bei Finanzierungen für Ärztinnen und Ärzte.

„Sie sollten erst einmal ein Eigenheim kaufen.“

Diesen Rat bekam der Assistenzarzt häufiger zu hören.

Von Freunden.

Von Kollegen.

Und sogar von seiner Hausbank.

Doch genau das wollte er bewusst nicht.

Er hatte in den vergangenen Jahren erlebt, wie viele erfahrene Ärzte erst mit Mitte vierzig oder fünfzig begannen, Vermögen außerhalb ihrer Altersversorgung aufzubauen.

Für ihn stand fest:

Wenn er langfristig Immobilien besitzen wollte, musste er früh beginnen.

Nicht erst nach dem Facharzt.

Der Einstieg sollte möglichst früh erfolgen

Seit knapp drei Jahren arbeitete der junge Mediziner in einer großen Klinik.

Sein Einkommen war für sein Alter überdurchschnittlich.

Eigenkapital hatte er dagegen kaum aufgebaut.

Studium, Umzug und Berufseinstieg hatten den größten Teil seiner Ersparnisse aufgebraucht.

Trotzdem wollte er investieren.

Nicht irgendwann.

Jetzt.

Das Objekt

Nach mehreren Monaten Suche entschied er sich für eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung in einer Universitätsstadt.

Die Wohnung war modern.

Der Mieter wohnte bereits mehrere Jahre dort.

Die Lage überzeugte.

Die Eckdaten:

  • Kaufpreis: 264.000 Euro
  • Finanzierung: 100 % des Kaufpreises
  • Kaufnebenkosten: vollständig aus Eigenmitteln
  • Eigenkapital im Kaufpreis: 0 Euro

Warum die erste Bank ablehnte

Die Begründung überraschte ihn.

Nicht das Einkommen sei das Problem.

Auch nicht die Wohnung.

Die Bank hielt ihn schlicht für zu jung.

Außerdem fehle eine längere Berufserfahrung.

Eine Kapitalanlage solle später erfolgen.

Der Assistenzarzt fragte sich:

Warum sollte er zehn Jahre warten, wenn er die Finanzierung bereits heute problemlos tragen konnte?

Die wirtschaftliche Realität

Bei genauer Betrachtung sprach vieles für den Käufer.

Er verfügte über einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Die Probezeit war beendet.

Das Einkommen entwickelte sich planmäßig.

Zusätzlich erhielt er regelmäßig Vergütungen für Bereitschaftsdienste.

Die Wohnung erwirtschaftete von Beginn an stabile Mieteinnahmen.

Auch nach Abzug sämtlicher Kosten blieb die Finanzierung langfristig tragbar.

Warum 100 % sinnvoll waren

Der Assistenzarzt hätte seine gesamten Rücklagen einsetzen können.

Darauf verzichtete er bewusst.

Die vorhandene Liquidität sollte erhalten bleiben.

Für Fortbildungen.

Für unvorhergesehene Ausgaben.

Und für den nächsten Vermögensschritt.

Gerade am Anfang der beruflichen Laufbahn erschien ihm finanzielle Flexibilität wichtiger als eine möglichst niedrige Darlehenssumme.

Die Finanzierung

Nach einer vollständigen Analyse seiner Einkommenssituation wurde die Finanzierung neu strukturiert.

Berücksichtigt wurden unter anderem:

  • Grundgehalt,
  • regelmäßige Bereitschaftsdienste,
  • Haushaltsrechnung,
  • Liquiditätsreserve,
  • Objektunterlagen,
  • nachhaltige Mieteinnahmen.

Nach kurzer Prüfung erhielt der Assistenzarzt die Zusage.

Der Kaufpreis wurde vollständig finanziert.

Die Kaufnebenkosten brachte er aus eigenen Mitteln auf.

Drei Jahre später

Die Wohnung ist weiterhin vermietet.

Die Finanzierung läuft planmäßig.

Inzwischen hat der junge Arzt seine Facharztausbildung fast abgeschlossen.

Mit dem gestiegenen Einkommen plant er bereits die zweite Kapitalanlage.

Nicht weil die erste besonders spektakulär war.

Sondern weil sie der Anfang einer langfristigen Strategie ist.

Was andere junge Ärzte daraus lernen können

Viele Mediziner konzentrieren sich in den ersten Berufsjahren ausschließlich auf ihre Karriere.

Der Vermögensaufbau beginnt häufig erst deutlich später.

Dieser Praxisfall zeigt, dass unter den passenden Voraussetzungen auch ein früher Einstieg möglich sein kann.

Nicht die Höhe des Eigenkapitals entscheidet allein.

Sondern eine langfristig tragfähige Finanzierung.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Können Assistenzärzte Kapitalanlagen finanzieren?
Ja. Viele Banken begleiten entsprechende Finanzierungen.
Sind 100-%-Finanzierungen möglich?
Unter den passenden Voraussetzungen kann auch der vollständige Kaufpreis finanziert werden.
Werden Bereitschaftsdienste berücksichtigt?
Regelmäßig erzielte Einkommensbestandteile können je nach Bank in die Gesamtbewertung einfließen.
Muss ich zuerst ein Eigenheim kaufen?
Nein. Viele Anleger entscheiden sich bewusst zunächst für vermietete Wohnimmobilien.
Eignet sich eine Eigentumswohnung als erste Kapitalanlage?
Für viele Anleger stellt sie den Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau dar.

Fazit

Der Einstieg in den Immobilienmarkt muss nicht bis zum Facharzttitel warten.

Wer bereits als Assistenzarzt über ein stabiles Einkommen verfügt und seine Finanzierung langfristig plant, kann den Grundstein für ein eigenes Immobilienportfolio schon zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn legen.

Eine 100-%-Finanzierung des Kaufpreises kann dabei – unter den richtigen Voraussetzungen – ein sinnvoller Weg sein, vorhandene Liquidität zu erhalten und dennoch frühzeitig Vermögen aufzubauen.

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