Warum die Bereitschaftsdienste den Unterschied machten
Bei einem Anästhesisten hing die Finanzierung an einem Detail, das viele Banken falsch einordnen: der Bewertung seiner Bereitschaftsdienste.
„Mit Ihrem Grundgehalt wird das bei einer 100-%-Finanzierung schwierig.“
Der Anästhesist schaute den Berater überrascht an.
„Aber das ist doch gar nicht mein tatsächliches Einkommen.“
Seit Jahren arbeitete er an einer großen Klinik.
Sein Grundgehalt war nur ein Teil seines Einkommens.
Hinzu kamen:
- Bereitschaftsdienste,
- Rufbereitschaften,
- Wochenenddienste,
- Feiertagsdienste.
Am Jahresende machten diese Vergütungen fast ein Drittel seines Gesamteinkommens aus.
Für ihn völlig normal.
Für manche Banken offenbar nicht.
Warum eine Kapitalanlage?
Der Mediziner wohnte weiterhin zur Miete.
Nicht weil er sich kein Eigenheim leisten konnte.
Sondern weil er seine erste Immobilie bewusst als Kapitalanlage kaufen wollte.
Er war überzeugt:
Ein Eigenheim könne später folgen.
Mit einer vermieteten Wohnung beginne dagegen sofort der Vermögensaufbau.
Die Immobilie
Nach längerer Suche fand er eine moderne Eigentumswohnung.
Die Wohnung war langfristig vermietet.
Die Nachfrage nach vergleichbaren Mietwohnungen war hoch.
Die Eckdaten:
- Kaufpreis: 338.000 Euro
- Finanzierung: 100 % des Kaufpreises
- Kaufnebenkosten: vollständig aus Eigenmitteln
Warum die erste Bank ablehnte
Die erste Bank stellte fast ausschließlich auf das tarifliche Grundgehalt ab.
Bereitschaftsdienste wurden nur teilweise berücksichtigt.
Dadurch wirkte die Haushaltsrechnung deutlich schlechter, als sie tatsächlich war.
Der Käufer konnte das nicht nachvollziehen.
Seit sieben Jahren erzielte er nahezu identische Dienstvergütungen.
Sie gehörten faktisch zu seinem regelmäßigen Einkommen.
Die Analyse
Vor einer erneuten Finanzierungsanfrage wurde die Einkommensentwicklung der vergangenen Jahre ausgewertet.
Dabei zeigte sich:
Die Bereitschaftsdienste schwankten nur geringfügig.
Die zusätzlichen Vergütungen waren dauerhaft planbar.
Auch ohne außergewöhnlich viele Zusatzdienste blieb die Finanzierung langfristig tragbar.
Hinzu kamen:
- unbefristeter Arbeitsvertrag,
- stabile Beschäftigung,
- keine Konsumentenkredite,
- hohe Sparquote,
- ausreichende Liquiditätsreserve.
Die Finanzierung
Die vollständige Einkommenshistorie wurde gemeinsam mit der Haushaltsrechnung eingereicht.
Dadurch entstand erstmals ein realistisches Bild der tatsächlichen wirtschaftlichen Situation.
Nach Abschluss der Prüfung erfolgte die Zusage.
Die Wohnung wurde mit 100 Prozent des Kaufpreises finanziert.
Die Kaufnebenkosten brachte der Käufer selbst auf.
Heute
Die Wohnung ist dauerhaft vermietet.
Die Finanzierung läuft planmäßig.
Der Anästhesist investiert inzwischen regelmäßig einen Teil seiner zusätzlichen Diensteinnahmen in Rücklagen für die nächste Kapitalanlage.
Was andere Ärzte daraus lernen können
Viele Klinikärzte erzielen einen erheblichen Teil ihres Einkommens außerhalb des tariflichen Grundgehalts.
Werden diese Einkommensbestandteile nicht richtig bewertet, entsteht schnell ein falscher Eindruck von der tatsächlichen finanziellen Leistungsfähigkeit.
Eine vollständige Darstellung der Einkommensentwicklung kann deshalb entscheidend sein.
Häufig gestellte Fragen
Werden Bereitschaftsdienste bei einer Finanzierung berücksichtigt?
Sind 100-%-Finanzierungen für Ärzte möglich?
Muss ich zuerst ein Eigenheim kaufen?
Können variable Einkommensbestandteile anerkannt werden?
Eignet sich eine Eigentumswohnung als erste Kapitalanlage?
Fazit
Dieser Praxisfall zeigt, dass nicht allein das tarifliche Grundgehalt über eine Finanzierung entscheidet.
Gerade bei Ärzten gehören Bereitschafts- und Rufdienste häufig dauerhaft zum Einkommen.
Wer diese Einkommensstruktur vollständig dokumentiert, kann auch mit einer 100-%-Finanzierung erfolgreich in den langfristigen Vermögensaufbau mit Wohnimmobilien einsteigen.
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Kostenloses Beratungsgespräch buchenAnonymisierter Einzelfall, keine zusicherungsfähige Aussage für andere Vorhaben · Beratung kostenlos · Provision von der Bank · §34i GewO · keine Rechts- oder Steuerberatung · keine Finanzierungszusage; Konditionen abhängig von Bonität, Beleihung und Bank