"Wir finanzieren grundsätzlich keine Kunden mit Wohnsitz in den Niederlanden."
Mit diesem Satz endete das Gespräch schneller als erwartet.
Information
Ein Unternehmer aus den Niederlanden hatte sich nach monatelanger Suche für eine hochwertige Eigentumswohnung in Düsseldorf entschieden. Die Immobilie lag in einer gefragten Lage, war langfristig vermietet und sollte Teil seiner Altersvorsorge werden.
Eigenkapital war ausreichend vorhanden.
Das Unternehmen schrieb seit Jahren stabile Gewinne.
Private Verbindlichkeiten bestanden praktisch keine.
Eigentlich ein Kunde, den sich jede Bank wünschen müsste.
Doch innerhalb weniger Tage erhielt er zwei Absagen.
Nicht wegen der Immobilie.
Nicht wegen seines Unternehmens.
Nicht wegen seiner Bonität.
Sondern ausschließlich wegen seines Wohnsitzes.
Die Ausgangslage
Der Unternehmer führte seit über fünfzehn Jahren ein erfolgreiches Familienunternehmen in den Niederlanden. Deutschland war für ihn kein unbekannter Markt. Viele seiner Kunden saßen im Rheinland, weshalb er regelmäßig geschäftlich nach Düsseldorf reiste.
Mit dem Kauf der Wohnung wollte er einen Teil seines Vermögens außerhalb des Unternehmens investieren.
Die wichtigsten Eckdaten:
- Kaufpreis: 498.000 Euro
- Eigenkapital: 168.000 Euro
- Finanzierungsbedarf: 370.000 Euro
Die Wohnung war bereits vermietet und erzielte regelmäßige Mieteinnahmen.
Warum die ersten Banken ablehnten
Die erste Bank prüfte die Anfrage nur oberflächlich.
Bereits nach wenigen Tagen kam die Absage.
Begründung:
> Wohnsitz außerhalb Deutschlands.
Die zweite Bank ging etwas weiter.
Sie forderte zusätzliche Unterlagen zum Unternehmen an.
Nach einer Woche folgte jedoch auch hier die Ablehnung.
Diesmal lautete die interne Begründung:
- ausländischer Unternehmenssitz
- fehlende Standardprozesse
- erhöhter Prüfungsaufwand
Für den Unternehmer war das kaum nachvollziehbar.
Sein Unternehmen erwirtschaftete seit Jahren Gewinne.
Die Eigenkapitalquote war hoch.
Die Immobilie selbst stellte ein geringes Risiko dar.
Was viele Unternehmer unterschätzen
Selbst wirtschaftlich starke Selbstständige stoßen bei grenzüberschreitenden Finanzierungen regelmäßig auf Schwierigkeiten.
Nicht, weil Banken ihnen misstrauen.
Sondern weil internationale Unternehmensstrukturen deutlich aufwendiger zu prüfen sind.
Anders als bei einem deutschen Angestellten müssen häufig zusätzlich bewertet werden:
- Jahresabschlüsse
- Unternehmensentwicklung
- Gesellschafterstruktur
- private Vermögenssituation
- steuerliche Besonderheiten
- Einkommensentnahmen
Viele Banken verzichten auf diesen Aufwand.
Andere sind darauf spezialisiert.
Genau dort liegt der Unterschied.
Die Analyse
Vor Einreichung der Unterlagen wurde zunächst die wirtschaftliche Gesamtsituation bewertet.
Dabei zeigte sich ein ausgesprochen solides Bild.
Das Unternehmen erwirtschaftete seit Jahren stabile Gewinne.
Die Eigenkapitalquote war überdurchschnittlich.
Private Rücklagen standen in ausreichender Höhe zur Verfügung.
Zusätzlich verfügte der Unternehmer bereits über mehrere vermietete Immobilien.
Auch die Düsseldorfer Wohnung überzeugte.
Die Lage war nachhaltig vermietbar.
Die Miete deckte einen erheblichen Teil der Finanzierungskosten.
Die entscheidende Veränderung
Statt wahllos weitere Banken anzufragen, wurde gezielt ein Institut ausgewählt, das regelmäßig internationale Unternehmer finanziert.
Bereits vor der eigentlichen Kreditprüfung wurden sämtliche Besonderheiten erläutert.
Die Bank erhielt nicht nur Zahlen.
Sie erhielt den gesamten wirtschaftlichen Hintergrund.
Warum wurde investiert?
Wie entwickelte sich das Unternehmen?
Welche Vermögenswerte waren vorhanden?
Wie sah die langfristige Strategie aus?
Dadurch entstand ein vollständiges Bild.
Die Finanzierungszusage
Nach der wirtschaftlichen Prüfung erhielt der Unternehmer die Zusage.
Die Finanzierung wurde mit einer langfristigen Zinsbindung abgeschlossen.
Ein Teil des Eigenkapitals blieb bewusst als Liquiditätsreserve erhalten.
Nur wenige Wochen später erfolgte die notarielle Beurkundung.
Die Wohnung blieb vermietet und entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil der privaten Vermögensplanung.
Was dieser Praxisfall zeigt
Internationale Unternehmer erleben häufig dieselbe Situation.
Die erste oder zweite Absage bedeutet keineswegs, dass eine Finanzierung unmöglich ist.
Oft passt lediglich das Kreditprofil nicht zu den internen Vorgaben der angefragten Bank.
Gerade Selbstständige mit Wohnsitz im Ausland profitieren davon, wenn Banken Erfahrung mit internationalen Unternehmensstrukturen besitzen.
Häufig gestellte Fragen
Können Unternehmer mit Wohnsitz in den Niederlanden Immobilien in Deutschland finanzieren?
Werden ausländische Unternehmen akzeptiert?
Sind höhere Eigenkapitalquoten erforderlich?
Müssen die Jahresabschlüsse übersetzt werden?
Können auch weitere Kapitalanlagen finanziert werden?
Fazit
Dieser Praxisfall zeigt, dass internationale Unternehmer häufig nicht an ihrer Bonität scheitern, sondern an den Kreditrichtlinien einzelner Banken.
Wer die richtigen Finanzierungspartner auswählt und seine wirtschaftliche Situation nachvollziehbar dokumentiert, kann auch mit Wohnsitz in den Niederlanden erfolgreich in deutsche Immobilien investieren.
Nicht jede Bank finanziert internationale Unternehmer.
Die passende Bank macht jedoch häufig den entscheidenden Unterschied.
Ähnliche Situation? Sprechen wir darüber.
Jeder Fall mit Auslandsbezug ist eigen. In einem kostenlosen Erstgespräch sage ich Ihnen ehrlich, was machbar ist und welche Bank dazu passt.
Kostenloses Beratungsgespräch buchenAnonymisierter Einzelfall, keine zusicherungsfähige Aussage für andere Vorhaben · Beratung kostenlos · Provision von der Bank · §34i GewO · keine Rechts- oder Steuerberatung · keine Finanzierungszusage; Konditionen abhängig von Bonität, Beleihung und Bank