Praxisbericht · Frankreich · variables Einkommen

"Ihr Grundgehalt reicht leider nicht aus."

Als der Pilot diesen Satz hörte, musste er schmunzeln.

Information

Hinweis: Aus Gründen der Vertraulichkeit wurden personenbezogene Daten, Orte und einzelne Finanzierungsdetails anonymisiert oder leicht verändert. Der geschilderte Ablauf entspricht einer typischen Beratungssituation aus der Praxis.

Denn sein Grundgehalt machte nicht einmal die Hälfte seines tatsächlichen Jahreseinkommens aus.

Seit über fünfzehn Jahren flog er für eine große europäische Fluggesellschaft. Sein Einkommen setzte sich aus Grundgehalt, Flugstundenvergütung, Zulagen für Langstreckenflüge sowie verschiedenen Bonuszahlungen zusammen.

Für ihn war dieses Vergütungsmodell völlig normal.

Für die erste Bank offenbar nicht.

Dort wurde nahezu ausschließlich das Grundgehalt berücksichtigt.

Das Ergebnis:

Die Finanzierung wurde abgelehnt.

Die Ausgangslage

Der Pilot lebte mit seiner Familie im französischen Elsass.

Beruflich war er in mehreren europäischen Ländern unterwegs und plante den Kauf einer hochwertigen Eigentumswohnung in München.

Die Wohnung sollte langfristig vermietet werden und später möglicherweise dem Sohn während seines Studiums zur Verfügung stehen.

Die Eckdaten:

  • Kaufpreis: 612.000 Euro
  • Eigenkapital: 212.000 Euro
  • Finanzierungsbedarf: 455.000 Euro

Die Finanzierung war konservativ geplant.

Die monatlichen Mieteinnahmen sollten einen erheblichen Teil der Darlehensrate decken.

Warum variable Einkommen häufig falsch bewertet werden

Viele Banken arbeiten mit standardisierten Einkommensmodellen.

Ein festes Monatsgehalt lässt sich einfach bewerten.

Variable Einkommensbestandteile dagegen werden sehr unterschiedlich behandelt.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Bonuszahlungen
  • Provisionen
  • Schichtzulagen
  • Flugstundenvergütungen
  • Bereitschaftsdienste
  • Gewinnbeteiligungen

Einige Banken rechnen diese Einkünfte vollständig an.

Andere nur teilweise.

Manche überhaupt nicht.

Genau dadurch entstehen erhebliche Unterschiede bei der Finanzierbarkeit.

Die wirtschaftliche Realität

Bei genauer Betrachtung zeigte sich ein anderes Bild.

Die variablen Vergütungen waren keineswegs zufällig.

Sie wurden seit vielen Jahren regelmäßig erzielt.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen war stabil.

Zusätzlich verfügte der Pilot über:

  • hohe Liquiditätsreserven
  • schuldenfreie Kapitalanlagen
  • langfristige Beschäftigung
  • ausgezeichnete Bonität

Auch die Immobilie überzeugte.

Die Lage war nachhaltig vermietbar.

Die Nachfrage konstant hoch.

Die Analyse

Statt ausschließlich die letzten Gehaltsabrechnungen einzureichen, wurde die Einkommensentwicklung der vergangenen Jahre nachvollziehbar dargestellt.

Dadurch ließ sich erkennen, dass die variablen Bestandteile keine Ausnahme darstellten.

Sie gehörten dauerhaft zum tatsächlichen Einkommen.

Genau diese Einordnung war für die finanzierende Bank entscheidend.

Die Finanzierung

Nach vollständiger Prüfung der Einkommensentwicklung erfolgte die Zusage.

Die Bank bewertete nicht nur das Grundgehalt.

Sie betrachtete die langfristige Stabilität der gesamten Einkommensstruktur.

Die Finanzierung konnte wie geplant umgesetzt werden.

Was andere Piloten daraus lernen können

Piloten gehören häufig zu den Berufsgruppen mit komplexeren Vergütungsmodellen.

Dadurch entstehen bei Banken regelmäßig Missverständnisse.

Nicht jede Bank bewertet variable Einkommensbestandteile gleich.

Wer seine Einkommensentwicklung transparent dokumentiert und gezielt Finanzierungspartner auswählt, verbessert seine Finanzierungschancen erheblich.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Können Piloten Immobilien in Deutschland finanzieren?
Ja. Viele Banken begleiten entsprechende Finanzierungen.
Werden Flugzulagen berücksichtigt?
Je nach Bank können variable Einkommensbestandteile vollständig oder teilweise angerechnet werden.
Muss das Einkommen ausschließlich in Euro erzielt werden?
Nein. Entscheidend ist die nachvollziehbare wirtschaftliche Gesamtsituation.
Sind variable Einkommen grundsätzlich problematisch?
Nein. Sie müssen jedoch nachvollziehbar dokumentiert werden.
Können auch Kapitalanlagen finanziert werden?
Ja. Gerade vermietete Immobilien gehören häufig zur langfristigen Vermögensplanung international tätiger Berufstätiger.

Fazit

Dieser Praxisfall zeigt, dass nicht jedes hohe Einkommen automatisch zu einer Finanzierungszusage führt.

Entscheidend ist vielmehr, wie Banken variable Vergütungsbestandteile bewerten.

Wer die Besonderheiten seiner Einkommensstruktur verständlich darstellt und einen Finanzierungspartner mit entsprechender Erfahrung auswählt, schafft beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Immobilienfinanzierung in Deutschland.

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Anonymisierter Einzelfall, keine zusicherungsfähige Aussage für andere Vorhaben · Beratung kostenlos · Provision von der Bank · §34i GewO · keine Rechts- oder Steuerberatung · keine Finanzierungszusage; Konditionen abhängig von Bonität, Beleihung und Bank