„Entscheiden Sie sich für eine.“ — er nahm beide
Zwei passende Eigentumswohnungen zugleich: eine seltene Gelegenheit. Die erste Bank riet zur Einzelentscheidung — die wirtschaftliche Betrachtung sprach für beide.
„Entscheiden Sie sich für eine Wohnung. Zwei finanzieren wir nicht.“
Als der Angestellte das Exposé zum ersten Mal öffnete, wollte er eigentlich nur eine Kapitalanlage kaufen.
Doch dann sprach ihn der Eigentümer an.
Im selben Haus stand eine zweite, nahezu identische Wohnung zum Verkauf.
Beide waren vermietet.
Beide lagen übereinander.
Beide sollten möglichst gemeinsam verkauft werden.
Je länger er darüber nachdachte, desto klarer wurde ihm:
Wenn er nur eine kaufte, würde er sich vermutlich jahrelang über die verpasste Chance ärgern.
Eine einmalige Gelegenheit
Der Käufer war 41 Jahre alt und arbeitete seit vielen Jahren als Bereichsleiter in einem mittelständischen Industrieunternehmen.
Er hatte bereits ausreichend Eigenkapital angespart und beschäftigte sich seit längerer Zeit mit dem Aufbau eines Immobilienvermögens.
Zwei Wohnungen gleichzeitig hatte er ursprünglich allerdings nicht geplant.
Die Eckdaten
Wohnung 1
- Kaufpreis: 248.000 Euro
Wohnung 2
- Kaufpreis: 254.000 Euro
Gesamtkaufpreis:
502.000 Euro
Eigenkapital:
68.000 Euro
Finanzierung:
rund 90 % des Gesamtkaufpreises
Kaufnebenkosten:
vollständig aus Eigenmitteln
Die erste Bank war skeptisch
Nicht wegen des Einkommens.
Nicht wegen der Wohnungen.
Sondern wegen der Anzahl.
"Für den Einstieg erscheinen uns zwei Kapitalanlagen gleichzeitig zu ambitioniert."
Dabei unterschied sich die monatliche Belastung kaum von der Finanzierung einer größeren Eigentumswohnung.
Außerdem waren beide Wohnungen bereits langfristig vermietet.
Die wirtschaftliche Betrachtung
Vor einer erneuten Finanzierungsanfrage wurden beide Wohnungen gemeinsam bewertet.
Dabei zeigte sich:
- identische Wohnanlage,
- sehr gute Vermietbarkeit,
- langfristige Mietverträge,
- stabile Eigentümergemeinschaft,
- ausreichende Instandhaltungsrücklagen,
- wirtschaftlich überzeugender Standort.
Auch die persönliche Situation sprach für den Käufer.
Unbefristeter Arbeitsvertrag.
Überdurchschnittliches Einkommen.
Keine Konsumentenkredite.
Hohe monatliche Sparquote.
Warum zwei Wohnungen sinnvoll waren
Der Käufer verfolgte bewusst eine langfristige Strategie.
Statt zunächst eine Wohnung zu kaufen und einige Jahre später erneut auf Immobiliensuche zu gehen, wollte er die einmalige Gelegenheit nutzen.
Beide Wohnungen lagen im selben Gebäude.
Verwaltung, Instandhaltung und Vermietung ließen sich dadurch deutlich einfacher organisieren.
Die Finanzierung
Nach vollständiger Prüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Situation erfolgte die Finanzierungszusage.
Die beiden Wohnungen wurden gemeinsam mit rund 90 Prozent des Kaufpreises finanziert.
Die Kaufnebenkosten brachte der Käufer selbst auf.
Drei Jahre später
Beide Wohnungen sind weiterhin vermietet.
Die Mieteinnahmen entwickeln sich planmäßig.
Der Käufer schätzt heute vor allem eine Entscheidung:
Dass er den Mut hatte, nicht nur an die erste Wohnung zu denken, sondern langfristig.
Was andere Kapitalanleger daraus lernen können
Nicht jede Chance kommt zweimal.
Wenn mehrere wirtschaftlich überzeugende Wohnungen gleichzeitig verfügbar sind, kann eine gemeinsame Finanzierung sinnvoll sein.
Entscheidend ist, dass die Gesamtbelastung dauerhaft tragbar bleibt und beide Objekte wirtschaftlich überzeugen.
Häufig gestellte Fragen
Können zwei Wohnungen gleichzeitig finanziert werden?
Sind 90-%-Finanzierungen dabei möglich?
Werden die Mieteinnahmen beider Wohnungen berücksichtigt?
Ist der Kauf mehrerer Wohnungen riskanter?
Eignet sich dieses Vorgehen für den Portfolioaufbau?
Fazit
Dieser Praxisfall zeigt, dass der Aufbau eines Immobilienportfolios nicht zwingend Schritt für Schritt erfolgen muss.
Wenn Objektqualität, Finanzierung und persönliche Situation stimmen, kann auch der gleichzeitige Erwerb mehrerer vermieteter Wohnungen ein sinnvoller Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau sein.
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