Praxisbericht · Kapitalanlage · Neubau

„Warum kaufen Sie eine Wohnung, in der Sie nie wohnen werden?“

Ein IT-Manager entschied sich bewusst für einen Neubau als Kapitalanlage. Die erste Bank verstand die Strategie zunächst nicht.

Typischer, anonymisierter Praxisfall. Personen, Orte und einzelne Finanzierungsdaten wurden zum Schutz der Privatsphäre angepasst. Der Ablauf entspricht einer typischen Beratungssituation bei Kapitalanlage-Finanzierungen.

„Warum kaufen Sie eine Wohnung, die noch gar nicht fertig gebaut ist?“

Diese Frage hörte der IT-Manager gleich mehrfach.

Nicht nur von Freunden.

Sondern auch von seiner Hausbank.

Dabei hatte er sich bewusst für einen Neubau entschieden.

Die Wohnung sollte langfristig vermietet werden und den Grundstein für seinen Vermögensaufbau bilden.

Eine bewusste Entscheidung gegen das Eigenheim

Mit 38 Jahren verdiente der IT-Manager deutlich überdurchschnittlich.

Er arbeitete seit vielen Jahren bei einem internationalen Softwareunternehmen.

Viele hätten mit seinem Einkommen zuerst ein Eigenheim gekauft.

Er entschied sich bewusst anders.

Er wollte zunächst Vermögen aufbauen.

Ein Eigenheim könne später folgen.

Eine gut vermietbare Neubauwohnung erschien ihm dafür der bessere erste Schritt.

Das Objekt

Die Wohnung entstand in einem neu entwickelten Wohnquartier.

Die Fertigstellung war für das folgende Jahr geplant.

Die Lage überzeugte.

ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitgeber befanden sich in unmittelbarer Nähe.

Die Eckdaten:

  • Kaufpreis: 452.000 Euro
  • Eigenkapital: 68.000 Euro
  • Finanzierung: rund 90 % des Kaufpreises
  • Kaufnebenkosten: aus Eigenmitteln

Warum die erste Bank zögerte

Nicht das Einkommen war das Problem.

Auch nicht die Eigenkapitalquote.

Die Bank störte sich an einer Kombination mehrerer Faktoren.

Die Immobilie befand sich noch im Bau.

Zusätzlich bestand ein Teil des Einkommens aus jährlichen Bonuszahlungen.

Beides zusammen führte dazu, dass die Finanzierung deutlich vorsichtiger bewertet wurde.

Die Analyse

Bei genauer Betrachtung ergab sich jedoch ein anderes Bild.

Der Käufer arbeitete seit über elf Jahren beim selben Arbeitgeber.

Die Bonuszahlungen wurden seit vielen Jahren regelmäßig ausgezahlt.

Das Grundgehalt allein reichte bereits aus, um die Finanzierung dauerhaft zu tragen.

Hinzu kam ein erheblicher Liquiditätspuffer.

Auch das Neubauprojekt überzeugte.

Der Bauträger verfügte über eine langjährige Marktpräsenz.

Die Baufortschritte entsprachen dem Zeitplan.

Die Nachfrage nach Mietwohnungen in diesem Quartier war hoch.

Warum eine 90-%-Finanzierung sinnvoll war

Der Käufer hätte weiteres Eigenkapital einsetzen können.

Er entschied sich bewusst dagegen.

Die verbleibenden Reserven sollten für spätere Investitionen, mögliche Nachfinanzierungen oder unvorhergesehene Ausgaben verfügbar bleiben.

Nicht eine möglichst niedrige Darlehenssumme stand im Vordergrund.

Sondern eine langfristig flexible Vermögensstrategie.

Die Finanzierung

Nach vollständiger Prüfung der persönlichen und objektspezifischen Unterlagen erfolgte die Finanzierungszusage.

Die Wohnung wurde mit rund 90 Prozent des Kaufpreises finanziert.

Die Kaufnebenkosten wurden vollständig aus Eigenmitteln bezahlt.

Während der Bauphase verliefen sämtliche Auszahlungen entsprechend dem Baufortschritt.

Nach Fertigstellung konnte die Wohnung unmittelbar vermietet werden.

Ein Jahr nach der Übergabe

Die Wohnung war bereits wenige Wochen nach Fertigstellung vermietet.

Die Finanzierung verlief planmäßig.

Heute beschäftigt sich der Eigentümer bereits mit seiner zweiten Kapitalanlage.

Nicht, weil er möglichst viele Immobilien besitzen möchte.

Sondern weil sein Ziel ein langfristig aufgebautes Immobilienvermögen ist.

Was andere Kapitalanleger daraus lernen können

Ein Neubau stellt andere Anforderungen als der Kauf einer Bestandsimmobilie.

Gleichzeitig bieten moderne Wohnquartiere häufig attraktive Vermietungschancen.

Wer Einkommen, Eigenkapital und Finanzierung sorgfältig aufeinander abstimmt, kann auch mit einer 90-%-Finanzierung erfolgreich in den Immobilienmarkt einsteigen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Lassen sich Neubauwohnungen als Kapitalanlage finanzieren?
Ja. Viele Banken begleiten entsprechende Finanzierungen.
Sind 90-%-Finanzierungen für Neubauten möglich?
Unter den passenden Voraussetzungen können auch hohe Beleihungen realisiert werden.
Werden Bonuszahlungen berücksichtigt?
Regelmäßig erzielte variable Einkommensbestandteile können je nach Bank in die Gesamtbewertung einfließen.
Muss der Neubau bereits fertiggestellt sein?
Nein. Viele Finanzierungen erfolgen bereits während der Bauphase.
Können Kaufnebenkosten separat bezahlt werden?
In vielen Fällen werden diese aus Eigenmitteln übernommen.

Fazit

Neubauwohnungen gehören für viele Anleger zu den attraktivsten Einstiegsmöglichkeiten in den Immobilienmarkt.

Dieser Praxisfall zeigt, dass auch eine Finanzierung mit 90 Prozent des Kaufpreises möglich sein kann, wenn Einkommen, Objekt und Finanzierungsstrategie langfristig überzeugen.

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