„Mit Ihrem Einkommen hätten wir sofort finanziert. Das Problem ist Ihr Eigenkapital.“
Diese Aussage überraschte den Unternehmer.
Information
Vor wenigen Monaten hatte er seine Anteile an einem erfolgreichen Cybersecurity-Unternehmen in Tel Aviv verkauft. Der Unternehmensverkauf verschaffte ihm finanzielle Unabhängigkeit. Gemeinsam mit seiner Ehefrau entschied er sich, den nächsten Lebensabschnitt in Deutschland zu beginnen.
München war bewusst gewählt.
Mehrere internationale Technologieunternehmen hatten ihm attraktive Positionen angeboten. Gleichzeitig wollte die Familie ihren beiden Kindern ein langfristiges Zuhause bieten.
Ein modernes Einfamilienhaus war bereits gefunden.
Der Notartermin rückte näher.
Doch statt über Zinssätze oder Tilgung sprach die Bank fast ausschließlich über eine andere Frage:
Woher stammt das Eigenkapital?
Ein außergewöhnlicher Vermögensaufbau
Der Unternehmer hatte das Unternehmen vor zwölf Jahren gemeinsam mit zwei Studienfreunden gegründet.
Aus einer kleinen Idee war innerhalb weniger Jahre ein international tätiges Softwareunternehmen entstanden.
Mit dem Einstieg eines internationalen Investors wurden die Anteile verkauft.
Der Erlös floss auf mehrere Konten und wurde anschließend teilweise nach Deutschland transferiert.
Für die Familie war das selbstverständlich.
Für die finanzierende Bank begann genau an diesem Punkt die eigentliche Prüfung.
Das Wunschhaus
Die Familie entschied sich für ein Einfamilienhaus im Münchner Süden.
Nicht luxuriös.
Aber genau der Ort, an dem sie dauerhaft leben wollte.
Die Eckdaten:
- Kaufpreis: 1.340.000 Euro
- Eigenkapital: 740.000 Euro
- Finanzierungsbedarf: 700.000 Euro
Rein wirtschaftlich gehörte die Familie zu den stärksten Kreditnehmern.
Trotzdem verzögerte sich die Finanzierung.
Warum ein hoher Kontostand nicht genügt
Internationale Vermögen entstehen häufig anders als klassische Sparguthaben.
Im vorliegenden Fall bestand das Eigenkapital aus einem Unternehmensverkauf.
Für die Bank bedeutete das zusätzliche Prüfungen.
Unter anderem mussten nachvollzogen werden:
- der Verkauf der Unternehmensanteile,
- die Auszahlung des Kaufpreises,
- die Herkunft der Vermögenswerte,
- die internationalen Geldtransfers,
- die steuerliche Dokumentation,
- sowie die aktuelle Vermögensstruktur.
Dabei ging es ausdrücklich nicht um Misstrauen gegenüber der Familie.
Banken sind gesetzlich verpflichtet, größere Vermögenszuflüsse vollständig nachzuvollziehen.
Je außergewöhnlicher die Vermögensgeschichte ist, desto umfangreicher fällt diese Prüfung häufig aus.
Die Vorbereitung
Gemeinsam wurde die Vermögensentwicklung chronologisch aufgearbeitet.
Dazu gehörten:
- Beteiligungsverträge,
- Kaufvertrag über den Unternehmensverkauf,
- Zahlungsnachweise,
- Kontoauszüge,
- Vermögensübersichten,
- Nachweise über den internationalen Kapitaltransfer,
- Arbeitsvertrag für die neue Position in Deutschland,
- sowie sämtliche Objektunterlagen.
Dadurch entstand erstmals ein vollständiges Gesamtbild.
Die Bank musste nicht mehr einzelne Dokumente interpretieren.
Sie konnte die gesamte wirtschaftliche Entwicklung nachvollziehen.
Die Finanzierungszusage
Nach Abschluss der Prüfung änderte sich die Situation grundlegend.
Die wirtschaftliche Stärke der Familie war unstrittig.
Das Eigenkapital war vollständig dokumentiert.
Auch die zukünftige Einkommenssituation in Deutschland war langfristig gesichert.
Die Finanzierung wurde zugesagt.
Wenige Wochen später unterschrieb die Familie den Kaufvertrag.
Heute lebt sie mit ihren Kindern im eigenen Haus in München.
Was internationale Unternehmer daraus lernen können
Gerade Gründer, Unternehmer und Investoren verfügen häufig über Vermögensstrukturen, die sich deutlich von klassischen Angestellten unterscheiden.
Ein hoher Kontostand allein reicht Banken deshalb oft nicht aus.
Entscheidend ist, dass die Entwicklung des Vermögens nachvollziehbar dokumentiert werden kann.
Wer diese Unterlagen frühzeitig vorbereitet, spart häufig Zeit, Rückfragen und unnötige Verzögerungen.
Häufig gestellte Fragen
Können Unternehmer aus Israel Wohneigentum in Deutschland finanzieren?
Warum interessiert sich die Bank für den Unternehmensverkauf?
Reicht ein hoher Eigenkapitalanteil nicht aus?
Können internationale Geldtransfers ein Problem sein?
Können Familien bereits vor dem vollständigen Umzug eine Immobilie kaufen?
Fazit
Dieser Praxisfall zeigt, dass außergewöhnliche Vermögensgeschichten häufig außergewöhnliche Dokumentationen erfordern.
Nicht der Unternehmensverkauf war die Herausforderung.
Auch nicht die Bonität.
Entscheidend war, die Herkunft des Vermögens so transparent darzustellen, dass die finanzierende Bank sämtliche gesetzlichen und bankinternen Anforderungen erfüllen konnte.
Mit einer sorgfältigen Vorbereitung wurde aus einem zunächst komplex wirkenden Sachverhalt eine erfolgreiche Finanzierung – und aus dem geplanten Neustart in Deutschland ein dauerhaftes Zuhause.
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Kostenloses Beratungsgespräch buchenAnonymisierter Einzelfall, keine zusicherungsfähige Aussage für andere Vorhaben · Beratung kostenlos · Provision von der Bank · §34i GewO · keine Rechts- oder Steuerberatung · keine Finanzierungszusage; Konditionen abhängig von Bonität, Beleihung und Bank